Ärzteschaft

Antibiotika­verordnungen bei Kindern weiter auf niedrigem Niveau

  • Montag, 1. Februar 2021
/picture alliance, Tobias Steinmaurer
/picture alliance, Tobias Steinmaurer

Berlin – Die niedergelassenen Ärzte verordnen Kindern weiterhin wenige Antibiotika – und im Verlauf der Coronapandemie besonders wenig. Das zeigen neue Zahlen des Zentralinstituts für die kassen­ärztli­che Versorgung in Deutschland (Zi). Sie beruhen auf Arzneiverordnungsdaten der Jahre 2018 bis 2020.

„Die historisch niedrige Zahl der Anti­biotikaverordnungen zeigt zweierlei: Zum einen, dass die Kontakt­beschränkungen in der COVID-19-Pan­demie auch andere Infektionen, insbesondere der oberen Atem­wege, deutlich verringern“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zi, Dominik von Stillfried.

Zum anderen zeigten die Daten, dass Vertragsärzte einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Anti­biotikares­is­tenzen leisten, weil sie immer defensiver verordneten.

Laut der Zi-Auswertung verschrieben die Ärzte im Januar und Februar 2020 bereits weniger Antibiotika als Anfang 2019 (92 Prozent gegenüber 2019). Im März sanken die Verordnungszahlen deutlich auf 82 Prozent gegenüber 2019, um dann im Juni mit nur noch 19 Prozent der Verordnungen von 2019 einen Tiefstand zu erreichen. Im Juli näherten sich die Verordnungszahlen den Vorjahren auf niedrigem Niveau wieder an (92 Prozent gegenüber 2019).

Im Herbst waren die Verordnungszahlen wieder deutlich geringer als im Vorjahr (46 Prozent gegenüber 2019), was laut Zi darauf zurückzuführen ist, dass die Coronakontaktbeschränkungen schon in die­sem Zeitraum auch Erkältungskrankheiten verhindert haben.

Das Zi weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass auch bei Erkältungskrankheiten die Verordnung eines Antibiotikums indiziert sein kann, wenn die symptomatische Therapie einer Infektion nicht aus­reicht – zum Beispiel bei einer bakteriellen Superinfektion.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung