Antrag für eine Zuckersteuer beschäftigt die CDU

Berlin – Die Zuckersteuer beschäftigt weiterhin die CDU vor ihrem Bundesparteitag am kommenden Freitag und Samstag. Dort soll über einen Antrag für eine Zuckersteuer aus Schleswig-Holstein abgestimmt werden. Die Antragskommission der CDU empfiehlt allerdings nun, diesen abzulehnen.
Ende des vergangenen Jahres hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) eine Gesetzesinitiative seines Landes im Bundesrat zur Einführung einer bundesweiten Zuckersteuer angekündigt.
Foodwatch forderte gestern die CDU auf, „eine Zuckersteuer nicht länger zu blockieren“. „Der flüssige Zucker macht krank und kostet unser Gesundheitssystem Milliarden“, sagte Luise Molling von Foodwatch.
Foodwatch fordert eine solche Steuer schon seit Jahren – Vorbild ist dabei Großbritannien. Dort fällt seit 2018 auf Getränke ein Zusatzabgabe an, die sich nach der Menge des zugesetzten Zuckers richtet. Seitdem sei der Zuckergehalt in Getränken in Großbritannien um 35 Prozent gesunken, teilte Foodwatch mit.
So enthalte das Erfrischungsgetränk Fanta dort inzwischen nur noch 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter – in Deutschland seien es 7,6 Gramm. Pro Kopf und Tag konsumierten die Britinnen und Briten nun 16 Gramm Zucker durch Getränke, der Zuckerkonsum sei damit „deutlich gesunken“, erklärte Foodwatch.
In Deutschland nehmen die Menschen einer Datenauswertung von Foodwatch zufolge täglich fast 26 Gramm Zucker allein durch Getränke zu sich. Damit belege die Bundesrepublik den ersten Rang unter den zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Ländern, erklärte die Verbraucherorganisation.
Auf Platz zwei befindet sich demnach Österreich mit rund 23 Gramm pro Tag, darauf folgen die Niederlande mit 20 Gramm. Foodwatch bekräftigte die Forderung nach einer Zuckersteuer.
Am wenigsten Zucker durch Limonade, Fruchtsaft und Ähnliches konsumieren Menschen demnach in südeuropäischen Ländern. Den geringsten Zuckerkonsum durch Getränke haben die Italiener mit 9,5 Gramm pro Kopf und Tag, danach kommen Portugal und Spanien sowie Frankreich.
Grundlage für die Ergebnisse der Auswertung sind laut Foodwatch Daten des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Euromonitor berechnet demnach Verbrauchszahlen für Inhaltsstoffe basierend auf Verkaufsdaten der Endprodukte und anhand der Rezepturen für die relevantesten Produkte.
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