Ärzteschaft

Arzneimittelausgaben in Westfalen-Lippe deutlich unter Bundesdurchschnitt

  • Donnerstag, 14. April 2016
Uploaded: 08.01.2015 17:27:25 by mis
dpa

Dortmund – Die niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe verordnen sehr kostenbewusst. Darauf hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landesteils hingewiesen. Der landesweite Durchschnittswert liege bei 538 Euro Arzneimittel­ausgaben je Versichertem und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 584 Euro je Versichertem.

„Hätte jeder gesetzlich Versicherte in Westfalen-Lippe 2015 Arzneimittel verschrieben bekommen, wie es bundesweiter Durchschnitt ist, so wären die Kassenausgaben um 331 Millionen Euro höher gewesen“, sagte der erste Vorsitzende der KV, Wolfgang-Axel Dryden.

Bundesweit seien die Arzneimittelausgaben je Versichertem 2015 um 4,2 Prozent gestiegen, in Westfalen-Lippe lag die Steigerung dagegen bei nur 3,2 Prozent.

Die KV wehrt sich mit ihrer Darstellung gegen eine aktuelle Veröffentlichung der AOK NordWest. Diese hatte eine Pressepublikation mit dem Titel „Arzneimittelausgaben in Westfalen-Lippe auf Rekordhoch“ verschickt. „Es wird der Eindruck erweckt, als ob die Ärzte in Westfalen-Lippe rekordmäßig viele Arzneimittel verordnen. Dabei puffern unsere Ärzte durch ihre sparsame, aber bedarfsgerechte Verordnungsweise die massiven Preissteigerungen seitens der Pharmaindustrie einmal mehr erheblich ab“, sagte Dryden.

Die KV betont, dass sie die Position der Krankenkassen bei der Preisbildung von neuen Arzneimitteln teilt. „Es kann nicht sein, dass Pharmaunternehmen im ersten Jahr nach der Markteinführung einen beliebig hohen Preis für ein Präparat aufrufen können“, sagte Dryden.

Die Kosten neuer Arzneimittel waren auch Gegenstand des sogenannten Pharmadialogs, dessen Ergebnisse Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und andere Anfang der Woche vorgestellt haben. Danach soll die freie Preisbildung im ersten Jahr künftig möglicherweise nur noch bis zu einem Schwellenschwert beim Umsatz mit dem neuen Präparat gelten. Die Details dazu stehen aber noch nicht fest.

hil

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