Ärzteschaft

Arzneimitteltherapiesicherheit: Umsetzung des neuen Aktionsplans beginnt

  • Freitag, 29. Mai 2026
/picture alliance, Jens Kalaene
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Berlin – Der Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit „AMTS 2026 – 2029“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie die damit verbundenen Chancen für mehr Sicherheit im Medikationsprozess. Mit der inhaltlichen Umsetzung wird jetzt begonnen.

„Innovative Arzneimittel und Therapien bieten immer bessere und zielgerichtetere Behandlungsoptionen. Die gleichzeitige Einnahme von mehreren Arzneimitteln birgt jedoch die Gefahr von unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen, die in vielen Fällen vermeidbar wären“, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) heute zur Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS.

Warken betonte, dass schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich aus Medikationsfehlern resultieren würden. „Das wollen wir durch ein stärkeres Bewusstsein für die Risiken und einen besseren Überblick über die bestehende Medikation ändern – insbesondere durch die stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten“, so die Ministerin. Der Beginn der inhaltlichen Umsetzung des Aktionsplans AMTS ebne den Weg zu einem strukturierteren und sicheren Medikationsprozess.

„Die Digitalisierung eröffnet uns die Chance, Informationen besser zu vernetzen, dadurch Risiken früher zu erkennen und im Zusammenwirken aller beteiligten Professionen die Arzneimitteltherapiesicherheit zu stärken“, sagte Petra Thürmann, Vorsitzende der Koordinierungsgruppe AMTS.

Im Mittelpunkt der Auftaktsitzung steht die Frage, wie digitale Anwendungen, beispielsweise das elektronische Rezept oder die elektronische Patientenakte mit Medikationsplan, Abläufe im Medikationsprozess verändern. Die Koordinierungsgruppe analysiert, welche Optimierungsmöglichkeiten sich für eine verbesserte AMTS ableiten lassen.

Einen weiteren Schwerpunkt des Aktionsplans bildet die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten, darunter Routinedaten der Gesundheitsversorgung. Diese sollen künftig verstärkt eingesetzt werden, um Veränderungen in der AMTS in Deutschland kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten.

„So könnten wir insbesondere Kinder, Schwangere, Frauen und hochbetagte Menschen deutlich stärker in den Fokus der AMTS rücken – genau jene Patientengruppen, die besonders vulnerabel sind und für die Forschungslücken bestehen“, erklärte Thürmann.

Der Koordinierungsgruppe AMTS gehören Vertreterinnen und Vertreter aus BMG, Ärzteschaft, Apothekerschaft, Pflege, Krankenhäusern, Patientenorganisationen sowie den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die interprofessionelle Zusammensetzung unterstreicht den Stellenwert gemeinsamen Handelns für eine sichere Arzneimitteltherapie.

EB

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