Arzt-Bewertungsportale weiterhin mit Mängeln
Berlin – Obwohl die Arztbewertungsportale im Internet sich verbessert haben, bleiben bei den meisten von ihnen Wünsche offen. Das berichtet das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Im Auftrag der Bundesärztekammer (BÄK) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat es zum zweiten Mal die Qualität der Portale überprüft und in Gutachten bewertet.
Dabei wurden laut dem Zentrum Mängel sichtbar: So war nur bei einem Portal eine bestimmte Mindestanzahl von Bewertungen notwendig, bevor diese veröffentlicht werden. Die meisten kommerziellen Portale bieten Ärzten außerdem zudem sogenannte Premiumeinträge an, das sind bezahlte Einträge, die attraktiv aussehen und die in den Trefferlisten meist ganz oben angezeigt werden. „Das führt zu einer Verzerrung, denn Nutzer werden so eher auf bezahlte Einträge als auf gut bewertete Ärzte aufmerksam gemacht“, hieß es aus dem ÄZQ.
Das Zentrum bewertete die Portale nach einem Kriterienkatalog „Gute Praxis Bewertungsportale“, der in zweiter Auflage 2011 erschienen ist. Ein Expertenkreis hat darin 42 Qualitätskriterien für Arztbewertungsportale formuliert. Dabei berücksichtigen die Experten rechtliche Vorgaben, Datenschutzfragen, Transparenz, den Schutz vor Missbrauch und auch die Nutzerfreundlichkeit.
Alle Betreiber erhielten ihr Gutachten vor Veröffentlichung zur Kenntnis und hatten Gelegenheit, die Einschätzung des ÄZQ zu kommentieren. Die Stellungnahmen der Portalbetreiber werden zusammen mit den Gutachten eingestellt. Öffentlich zugänglich gemacht werden sie nur, wenn der Betreiber der Veröffentlichung zugestimmt hat – das ist im Augenblick bei sechs von zwölf bewerteten Portalen der Fall, unter anderem bei Jameda, Topmedic und dem vdek-Arztlotsen.
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