Ärzteschaft

Ärztekammer für Zentralisierung bei Geburtskliniken

  • Freitag, 7. März 2025
/picture alliance, Britta Pedersen
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Jena – Die Landesärztekammer (LÄK) rät bei Geburtskliniken in Thüringen zu einer stärkeren Zentralisierung. Aus der Versorgungsforschung sei bekannt, dass die Versorgungsqualität in Kliniken mit höheren Geburtenzahlen besser sei, erklärte Kammerpräsident Hans-Jörg Bittrich. Die Entfernung vom Wohnort zur Geburtsklinik spiele dabei eine untergeordnete Rolle.

Dies muss nach Meinung der Kammer Niederschlag in der Krankenhausplanung des Gesundheitsministeriums finden. Hintergrund sind sinkende Geburtenzahlen in Thüringen und der zunehmende Mangel an Fachpersonal.

Aktuell verfügen in Thüringen 19 Kliniken über Geburtshilfeabteilungen. Im vergangenen Jahr versorgten sie laut Kammer zwischen 223 und 1.297 Geburten.

Die Kammer fordert nun, nur solche Geburtskliniken zu planen und strukturell zu unterstützen, die den Qualitätsanforderungen eines Perinatalzentrums entsprechen. Dies sind Einrichtungen zur Versorgung von Schwangeren, Neu- und Frühgeborenen mit bestimmten Anforderungen unter anderem an Personalbesetzung. In Regionen, in denen mehrere Kliniken diese Qualitätsanforderungen nicht erfüllen, müsse entschieden werden, welche Einrichtung zu einem solchen Zentrum entwickelt werde.

„Eine solche Vorgehensweise würde zu einer Reduzierung stationärer geburtshilflicher Einrichtungen führen“, heißt es in der Empfehlung der Kammer. „Diese Entwicklung wäre für Thüringen aus Sicht der ärztlichen Qualitätssicherung unbedenklich.“

In den vergangenen Jahren waren in Thüringen bereits mehrere kleine Geburtskliniken geschlossen worden, wobei neben wirtschaftlichen Gründen auch der Fachkräftemangel eine Rolle spielte. Aus Sicht der Ärztevertretung drohen ohne Strategie zur Zentralisierung weitere unkontrollierte Schließungen.

dpa

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