Ärzteschaft

Ärztetag verlangt besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen bei sozialen Medien

  • Mittwoch, 13. Mai 2026
/Aleksei, stock.adobe.com
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Hannover – Der 130. Deutsche Ärztetag hat sich heute angesichts zunehmender Risiken durch soziale Medien für eine deutlich strengere Regulierung digitaler Plattformen zum Schutz von Minderjährigen ausgesprochen. Die Ärzteschaft forderte ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren.

Zugleich sollen Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden, junge Nutzerinnen und Nutzer wirksam vor suchtfördernden Algorithmen, schädlichen Inhalten, Cybermobbing und Grooming zu schützen.

„Digitale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Neben erheblichen Bildungs-, Kommunikations- und Teilhabechancen zeigen sich zunehmend gesundheitliche Risiken durch exzessive, dysfunktionale oder suchtartige Nutzung sozialer Medien, digitaler Spiele, von Streaming-Angeboten und weiterer digitaler Plattformen“, heißt es in dem Beschluss.

Übermäßiger Medienkonsum könne sich unter anderem negativ auf Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit, Schlaf, motorische Entwicklung sowie die soziale und emotionale Reifung auswirken.

Die Abgeordneten betonten, dass strengere Regeln nicht auf den Ausschluss junger Menschen von digitaler Teilhabe und Bildung abzielten. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam mit Eltern und Bildungseinrichtungen eine altersgerechte und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Angebote zu fördern.

Eine Reihe von Delegierten untermauerten die Forderung nach Regulierung sozialer Medien. So sagte Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin: „Ich verstehe nicht, warum wir soziale Medien für Kinder und Jugendliche seit Jahren einfach zulassen.“

Die Regulierung sei nicht leicht zu kontrollieren, aber sie sei trotzdem richtig. Er erinnerte daran, dass nicht jugendfreie Filme auch erst ab 22 Uhr gezeigt werden. Der Zugang zu sozialen Medien bis 16 Jahre sollte verboten werden.

„Soziale Medien zu verbieten ist wichtig, denn sie sind die Seuche des 21. Jahrhunderts“, sagte Gisbert Voigt, Delegierter aus Niedersachsen.

Die Erfahrungen aus Australien, wo der Zugang zu sozialen Medien für unter 16-Jährige vor etwa einem halben Jahr verboten worden sei, zeigten allerdings, dass das Verbot nicht funktioniere. „Wichtiger ist eine vernünftige Prävention und die Förderung von Medienkompetenz“, betonte er.

Der Ärztetag forderte den Gesetzgeber zudem auf, Prävention, Früherkennung und Behandlung problematischer Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen strukturell zu stärken.

PB

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