Aufräumarbeiten nach starkem Erdbeben in Panama

Chitré – Nach dem schweren Erdbeben in Panama haben die Aufräumarbeiten in den besonders betroffenen Regionen im Südwesten des Landes begonnen. Während die Behörden am Wochenende noch das Ausmaß der Schäden in abgelegenen Gebieten ermittelten, besuchte Präsident José Raúl Mulino betroffene Regionen.
Bei dem Beben der Stärke 7,7 wurden am vergangenen Freitag rund 30 Menschen verletzt; Berichte über Todesopfer gab es nicht. Mehrere Ortschaften waren am Wochenende weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, weil Straßen durch das Beben beschädigt wurden.
„Die Katastrophe, der wir gegenüberstehen, ist enorm“, sagte Staatschef Mulino bei seiner Ankunft in einem der betroffenen Gebiete. Seine Regierung rief am vergangenen Samstag den Notstand aus, um den Transport von Hilfsgütern im Wert von umgerechnet 90 Millionen Euro in die Krisengebiete zu erleichtern.
In der Stadt Macaracas in der Provinz Herrera wurden dutzende Häuser schwer beschädigt; die rund 66.000 Einwohner waren am Samstag ohne Strom. Mehr als 100 Nachbeben erschütterten am Wochenende die Region, einige von ihnen erreichten eine Stärke von bis zu 6,0.
Neben Herrera waren die Provinzen Los Santos, Coclé und Veraguas besonders stark betroffen. Zahlreiche Wohngebäude, Krankenhäuser, Behördeneinrichtungen, Brücken und Straßen wurden hier beschädigt. Den Behörden zufolge gab es rund 30 Leichtverletzte.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben der Stärke 7,7 am vergangenen Freitag um 12.56 Uhr Ortszeit zehn Kilometer von der Kleinstadt Pitaloza Arriba entfernt. Für den östlichen Pazifik war zunächst eine Tsunamiwarnung ausgegeben worden, die später wieder aufgehoben wurde. Die Erschütterungen waren auch in der Hauptstadt Panama-Stadt zu spüren gewesen – mehr als 250 Kilometer vom Epizentrum entfernt.
Die USA sagten rasche Hilfe zu. Außenminister Marco Rubio erklärte im Onlinedienst X, er verfolge die Lage genau. Seine Behörde werde „umgehend Ressourcen und Personal für Hilfsmaßnahmen“ mobilisieren.
Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor weiteren Nachbeben. Es rief Deutsche in dem mittelamerikanischen Land auf, eine Tasche mit dem Notwendigsten zu packen, den Anweisungen der örtlichen Behörden Folge zu leisten und keine Gebäude zu betreten, deren statischer Zustand unsicher erscheine.
In Panama sind Erdbeben eigentlich selten. In Lateinamerika gab es in diesem Jahr jedoch schon mindestens vier Erdbeben mit einer Stärke von über 7,0.
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