Aus Women on Waves wurde Women on Web.
Auf der Website können sich weltweit Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch wünschen, einen Fragebogen ausfüllen. Die Angaben werden, wie die Autoren versichern, von einem Arzt auf Kontraindikationen hin überprüft. Liegen diese nicht vor, kann die Interessentin gegen die Versicherung, dass sie nicht länger als neun Wochen schwanger ist, und gegen eine Spende – gewünscht werden 70 Euro – die Medikamente Mifepriston und Misoprostol online bestellen, die dann innerhalb weniger Tage zusammen mit einer ausführlichen Anleitung zur Einnahme ausgeliefert werden.
Women on Web begrenzt das Angebot nach eigener Aussage auf Länder mit restriktiven Gesetzen. Es gibt Versionen der Website in englischer, spanischer, französischer, polnischer und portugiesischer Sprache.
Gomperts stellt in BJOG eine Auswertung ihrer ersten Erfahrungen vor, die auf einem E-Mail- oder Telefonkontakt beruhen, den die Organisation zwei bis drei Wochen nach dem Versenden der Medikamente aufnimmt. Die Antwortrate beträgt laut Publikation mittlerweile 78 Prozent.
13 Prozent der Frauen geben dabei an, dass sie doch keinen Versuch eines Schwangerschaftsabbruchs durchgeführt haben. Von den anderen berichteten 6,8 Prozent über Komplikationen, die eine Vakuumaspiration erforderlich machten.
In diesem Fall mussten sich die Frauen doch in medizinische Behandlung begeben und sich dort möglicherweise den kritischen Fragen der Gynäkologen aussetzen. Women on Web veröffentlicht eine Galerie von inzwischen 891 Frauen, die sich namentlich und teilweise auch mit einem Portraitfoto öffentlich zu ihrer Abtreibung bekennen. © rme/aerzteblatt.de
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: