Ausland

Ausbruch in der DR-Kongo: Klinische Studien zu Ebola-Impfstoffen wohl ab Herbst

  • Donnerstag, 3. September 2026
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) /picture alliance, KEYSTONE, SALVATORE DI NOLFI
Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) /picture alliance, KEYSTONE, SALVATORE DI NOLFI
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Genf – Angesichts des schweren Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sollen im Herbst klinische Studien mit verschiedenen Impfstoffen beginnen. Der Start ist im Oktober oder November vorgesehen, wie der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, gestern ankündigte.

Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der Ebolavirus-Spezies Bundibugyo (BDBV), gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch spezifische Behandlungsoptionen gibt. Mehrere Medikamente werden jedoch bereits getestet.

Zwei BDBV-Impfstoffkandidaten würden derzeit in Großbritannien und in Kanada im Hinblick auf ihre Sicherheit geprüft, sagte Tedros. Daneben gibt es den zugelassenen Impfstoff Ervebo gegen das Zaire-Ebolavirus (EBOV), die bislang häufiger beobachtete Spezies des Ebolavirus. Ob und wie gut dieser gegen BDBV wirksam ist, ist bisher unbekannt.

Auf Wunsch der DR Kongo wird Ervebo vor Ort eingesetzt, das Deutsche Ärzteblatt berichtete kürzlich über die Bereitstellung von Tausenden Dosen.

Zu den Überlegungen rund um den Einsatz des Impfstoffs hat die WHO gestern einen Notfallleitfaden veröffentlicht, in dem auch auf die noch begrenzte Datenlage aus Tierversuchen eingegangen wird.

Sie rät demnach beim laufenden Ausbruch zunächst nur zum Einsatz im Forschungskontext, da die bisherige Evidenz zur Anwendung gegen das BDBV nicht für ein breites Impfprogramm ausreiche. Es handelt sich dann um Off-Label-Use.

Die WHO spricht sich für die Durchführung einer Ringstudie vor allem mit Beschäftigten im Gesundheitswesen, Mitarbeitern an vorderster Front sowie Kontaktpersonen von Fällen aus, um die Wirksamkeit des Impfstoffs zu überprüfen.

Sollte eine klinisch bedeutsame Effektivität gegen das BDBV nachgewiesen werden, könne die Anwendungsempfehlung rasch ausgeweitet werden, um einer breiteren Bevölkerungsgruppe zu helfen und zur Eindämmung des Ausbruchs beizutragen, heißt es. Betont wird, dass angesichts der unbekannten Wirksamkeit gegen BDBV auch geimpftes Gesundheitspersonal alle bisherigen Infektionsschutzmaßnahmen aufrechterhalten muss.

Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo war Mitte Mai offiziell festgestellt worden, begann aber offenbar bereits Monate zuvor. Inzwischen hat er sich auf sechs Provinzen im Osten und Nordosten des zentralafrikanischen Landes ausgebreitet. Viele der betroffenen Gebiete sind von bewaffneten Konflikten geprägt, die staatliche Präsenz und die medizinische Versorgung sind dort stark eingeschränkt.

Die meisten BDBV-Todesfälle treten Tedros zufolge immer noch außerhalb von Behandlungszentren auf – und bei Menschen, die nicht als Kontaktpersonen von Infizierten bekannt waren. Es gebe also immer noch viele unentdeckte Übertragungsketten.

Nach offiziellen Angaben starben inzwischen mehr als 3.000 Menschen. Insgesamt wurden nach Angaben des kongolesischen Instituts für öffentliche Gesundheit von gestern mehr als 6.100 Infektionen registriert. 1.409 Menschen gelten als genesen. Das Risiko einer Ausweitung des Ausbruchs auf benachbarte Länder gilt weiterhin als hoch.

afp/ggr

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