Australien will Werbung für Sportwetten einschränken

Sydney – Die australische Regierung will Werbung für Sportwetten einschränken. Premierminister Anthony Albanese kündigte Ende vergangener Woche einen Gesetzentwurf an, um Fernsehwerbung für Sportwetten zwischen 6 Uhr und 20.30 Uhr auf maximal drei Spots pro Stunde zu begrenzen und sie bei Liveübertragungen von Sportereignissen vollständig zu verbieten.
Auch im Radio soll es zeitliche Einschränkungen geben: Werbespots sollen verboten sein, wenn Kinder auf dem Weg zur Schule und nach Hause sind. Albanese erklärte, die Regierung versuche damit das „richtige Gleichgewicht“ zu finden. Erwachsenen solle das Wetten weiterhin erlaubt sein.
Kinder sollten aber „nicht überall, wo sie hinschauen, mit Wetten konfrontiert sein“, sagte der Regierungschef in einer Rede. „Wir wollen nicht, dass unsere Kinder mit dem Gedanken aufwachsen, dass Fußball und Glücksspiel untrennbar miteinander verbunden sind.“
Sportwetten sind in Australien äußerst beliebt. Gewettet wird nicht nur auf Football- oder Fußballspiele, sondern auch auf Surfwettbewerbe oder Hunderennen. In dem 27-Millionen-Einwohner-Land summieren sich die Verluste bei Sportwetten auf umgerechnet mehr als 14 Millionen Euro im Jahr. 2024 hatten dutzende Prominente die Regierung deshalb aufgefordert, innerhalb von drei Jahren ein vollständiges Werbeverbot durchzusetzen.
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