Medizin

AVK: Fettabsaugung für die Gefäßprothese

  • Montag, 20. Juni 2011

Louisville – In den USA haben im Rahmen einer klinischen Studie die ersten drei Patienten mit periphere arterieller (pAVK) Gefäßprothesen erhalten, die mit Stammzellen aus dem Fettgewebe beschichtet sind.

Am Anfang der Therapie stand eine Liposuction, also eine Fettabsaugung, wie sie auch in der kosmetischen Chirurgie durchgeführt wird. Das adipöse Gewebe wurde allerdings nicht verworfen, sondern in einem Gerät aufbereitet, das die Firma Tissue Genesis aus Honolulu entworfen hat.
 

Es separiert die mesenchymale Stammzellen. Das Fettgewebe enthält laut Hersteller hundert bis tausend Mal mehr Stammzellen als das Knochenmark, und der Zellseparator kann sie innerhalb einer Stunde isolieren. Bei den drei US-Patienten wurden die Zellen verwendet, um eine synthetische Gefäßprothese vor der Operation von innen zu beschichten. Die Gefäße hatten ein Kaliber von 6 Millimeter. Sie wurden als Bypasse für chronisch stenosierte oder okkludierte Beinarterien verwendet.

Bei den ersten drei Patienten kam es nach der Operation zu einer schnellen klinischen Erholung der Ischämie, wie die Gruppe um Charles Ross von der Universität von Louisville in Kentucky berichtet. Dies ist allerdings zunächst einmal der Revaskularisierung und nicht der Beschichtung des Transplantats zu verdanken.

Die drei Patienten sind Teilnehmer einer randomisierten Studie, in der die Hälfte der Patienten das neuartige Transplantat und die andere Hälfte eine konventionelle heparinbeschichtete Kunststoffprothese erhalten. Endpunkt ist die Durchgängigkeit des Gefäßes nach 6 Monaten. Dann wird sich zeigen, ob sich der Aufwand einer Zellbeschichtung gelohnt hat.

rme

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