Baden-Württemberg verstärkt Engagement gegen Gewalt an Frauen
Stuttgart – Energischer gegen Gewalt an Frauen vorgehen will die Baden-Württembergische Landesregierung. Sie hat dazu einen von Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) vorgelegten sogenannten Landesaktionsplan gebilligt. „Erstmals für Baden-Württemberg gibt es nun ein umfassendes Konzept zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und zur bedarfsgerechten Versorgung von Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt, sexueller Gewalt, Zwangsverheiratung oder Zwangsprostitution wurden“, sagte Altpeter.
Besonders wichtig ist laut der Ministerin eine neue Landeskoordinierungsstelle. Sie soll Polizei, Unterstützungs- und Gesundheitssystem, Rechtsmedizin, Familiengerichten, Jugendhilfe, Staatsanwaltschaft, Opferhilfe und andere besser miteinander vernetzen. Ein Fachbeirat soll einen ständigen Austausch unter den Beteiligten sicherstellen und die Umsetzung des Aktionsplans fachlich begleiten.
An der Konzeption des Plans haben sich laut Altpeter alle wesentlichen Akteure in den vergangenen zwei Jahren beteiligt. Für seine Umsetzung stünden in den kommenden beiden Jahren insgesamt rund 3,6 Millionen Euro zur Verfügung. „Gewalt gegen Frauen gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten. Diese Gewalt hat oft neben körperlichen Schädigungen auch schwerwiegende seelische Belastungen und Erkrankungen zur Folge. Die Kinder gewaltbetroffener Mütter leiden oft ein Leben lang unter diesen traumatischen Gewalterfahrungen“, betonte die Ministerin.
Nach einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie sind 40 Prozent aller Frauen ab 16 Jahren in Deutschland mindestens einmal Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt geworden.
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