Baden-württembergische Ärztevertreter wollen Attraktivität des Arztberufs verbessern
Stuttgart – Anlässlich der vom Landkreistag initiierten Konferenz zur Gesundheitsversorgung in Baden-Württemberg haben Ärztevertreter vor dem zunehmenden Medizinermangel im Land gewarnt. Gleichzeitig machen sie sich dafür stark, die Attraktivität des Arztberufes zu fördern.
„Wir sind uns mit dem Landkreistag einig, dass wir noch von einer ausgezeichneten medizinischen Versorgung sprechen können, teilen aber seine Sorge über die weitere Entwicklung“, betonten die Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, des MEDI Baden-Württemberg sowie der Gemeinschaft der Fachärzte Baden-Württemberg.
Ihrer Einschätzung nach werden in den kommenden Jahren in Baden-Württemberg bis zu 500 Hausärzte fehlen. „Das wird nicht nur spürbare Einschnitte im ländlichen Raum, sondern auch in den Ballungsgebieten mit sich ziehen“, betonten die Verbandschefs. Im fachärztlichen Bereich sei zeitversetzt mit ähnlichen Entwicklungen zu rechnen.
Angesichts derartiger Prognosen forderten KVBW-Chef Norbert Metke und die übrigen Verbandsvorsitzenden die Politik auf, die Attraktivität des Berufes des niedergelassen Arztes und Psychotherapeuten zu erhöhen.
Nur wenn die Rahmenbedingungen verbessert würden, könne man junge Mediziner wieder für eine Tätigkeit im ambulanten Bereich zu gewinnen. „Erforderlich sind hier insbesondere ein Abbau der Bürokratie, der Verzicht auf Heil- und Arzneimittelregresse sowie die Gewährleistung finanzieller Planungssicherheit“, mahnten die Ärztevertreter.
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