Bahr will andere Auswahl zukünftiger Mediziner

Berlin – Er will noch lange Bundesgesundheitsminister sein, das hat Daniel Bahr (FDP) immer wieder bekräftigt. Was er dann unter anderem erwarte, machte er gestern beim Besuch der „Messe Versorgungsinnovationen“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin klar: Er wünsche sich mehr Ehrgeiz und mehr Impulse, um Innovationen in der Versorgung voranzutreiben, sagte Bahr. Nach seinem Rundgang über die Stände, deren Aussteller Anreizmodelle kooperativer Versorgung präsentierten, lobte er zwar: „Ich habe sehr interessante Projekte gesehen.“ Die Möglichkeiten, die aber beispielsweise das GKV-Versorgungsstrukturgesetz einräume, solle man noch stärker nutzen.
Dass ihm auch das Tempo der gemeinsamen Selbstverwaltung nicht gefällt, verschwieg der Minister ebenfalls nicht. Vom Stand der Umsetzung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) sei er „ein bisschen enttäuscht“, sagte Bahr. Er räumte ein, dass die gesetzgeberischen Vorgaben durch Kompromisse mit den Bundesländern manches erschwerten, mahnte aber auch: „Wir brauchen die niedergelassene Fachärzteschaft in der Versorgung, und trotzdem müssen wir die Sektorengrenzen überwinden.“ Gelinge dies bei der ASV nicht, „dann wird der Druck, die Krankenhäuser für die ambulante Versorgung zu öffnen, immer größer.“
Einen ganz anderen Druck sprach Messe-Gastgeber Andreas Köhler an. Der KBV-Vorstandsvorsitzende kritisierte, in den politischen Auseinandersetzungen sei wenig Engagement dafür zu erkennen, in Zukunft mehr Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu gewinnen. KBV-Vorstand Regina Feldmann hatte unlängst bemängelt, die Universitäten räumten den Versorgungserfordernissen bei der Ausbildung nicht den nötigen Stellenwert ein.
Bahr machte der KBV keine Hoffnungen, dass sich in dieser Legislaturperiode noch etwas ändern werde. Für die Aus- und Weiterbildung seien zudem die Länder zuständig. Der Minister bekräftigte aber: „Wir müssen zu einer anderen Auswahl der Mediziner kommen.“ Man brauche nicht die Besten eines Abiturjahrgangs, „die jungen Einsteins“, sondern diejenigen, die in die Versorgung wollten.
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