Politik

Beauftragte wollen bessere Versorgung suchtkranker Minderjähriger

  • Montag, 12. Oktober 2026
/qOppi, stock.adobe.com
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Berlin – Suchtkranke Kinder und Jugendliche sollen künftig im Anschluss an einen Entzug besser nahtlos weiterbehandelt werden. Um darauf hinzuwirken, haben die Beauftragten für Sucht- und Drogenfragen sowie für Patienten, Hendrik Streeck und Stefan Schwartze, heute und morgen zu einem Runden Tisch eingeladen. Daran nehmen etwa Vertreter der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Kostenträger, der Suchthilfe und von Elternverbänden teil.

„Wenn ein junger Mensch den Mut findet, sich seiner Suchterkrankung zu stellen, dürfen wir ihn nicht auf halbem Weg verlieren“, sagte der Suchtbeauftragte Streeck. Ein erfolgreicher Entzug dürfe nicht an einer fehlenden Anschlussbehandlung scheitern. Gerade in den Wochen danach sei das Rückfallrisiko besonders hoch. Die Behandlung dürfe an keiner Zuständigkeitsgrenze abreißen.

„Gerade junge Patientinnen und Patienten benötigen verlässliche Behandlungswege, klare Ansprechpartner und eine kontinuierliche Begleitung“, sagte der Patientenbeauftragte Schwartze. „Eltern dürfen nicht zu Fallmanagern eines unübersichtlichen Systems werden.“ Entscheidend sei nicht, wer auf dem Papier zuständig sei, sondern ob die notwendige Behandlung tatsächlich und rechtzeitig ankomme.

Den Angaben der beiden Beauftragten zufolge wurden 2024 bundesweit rund 1.600 qualifizierte Entzugsbehandlungen bei Minderjährigen abgerechnet. Schätzungen zufolge benötigten rund 1.100 Jugendliche jährlich eine anschließende Rehabilitation.

2025 seien aber nur rund 260 Maßnahmen von der Deutschen Rentenversicherung bewilligt worden, von denen nur knapp 180 tatsächlich angetreten worden seien. Wie groß die Versorgungslücke sei, werde von Kostenträgern und Fachleuten aus der Praxis unterschiedlich eingeschätzt, hieß es.

Ziele des Runden Tischs seien der Zugang zur Behandlung, eine transparente Erfassung geeigneter Therapieplätze, eine bedarfsgerechte Finanzierung spezialisierter Behandlung, bessere Übergänge vom Entzug in die Rehabilitation und eine verlässliche Begleitung bis zur Nachsorge.

kna

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