Bedarfsplanung sollte Strukturunterschiede stärker berücksichtigen
Berlin – Besonders in ländlichen Regionen kann die medizinische Versorgung langfristig nur mit einer deutlichen Investition in die ambulante ärztliche Versorgung gesichert werden. Vor diesem Hintergrund plädieren das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns und Sachsen-Anhalts jetzt für eine Überarbeitung der aktuellen Berechnungsgrundlagen zur Bedarfsplanung.
„Wer die umfassende medizinische Versorgung aller Menschen gewährleisten will, muss auf die zunehmenden Strukturunterschiede zwischen Abwanderungs- und Zuwanderungsregionen reagieren“, betonte Zi-Geschäftsführer Dominik von Stillfried bei einem Fachgespräch zwischen Wissenschaftlern, Ärztevertretern und Parlamentariern, zu dem CDU-Bundestagsabgeordneter Tino Sorge eingeladen hatte.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns und Sachsen-Anhalts sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme ebenfalls für flexiblere Vorgaben zur Finanzierung und Weiterentwicklung ärztlicher Leistungen aus.
Die bestehenden Instrumente der Bedarfsplanung seien ungeeignet, um angemessen auf regionale Besonderheiten in der Versorgung zu reagieren, so die KV-Vorstände. „Nur wenn ein niedergelassener Arzt ähnlich attraktive Bedingungen erfährt wie sein Kollege im Krankenhaus, wird er den Beruf dauerhaft und mit Freude ausüben“, resümierte Zi-Chef von Stillfried.
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