Behandlung gegen Autismus: Kehrtwende von US-Behörde

Washington – Mehrere Monate nach der Ankündigung der US-Regierung zur Zulassung einer unbewiesenen Behandlung gegen Autismus hat die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Kehrtwende vollzogen. Die Einnahme von Folinsäure gegen bestimmte Formen von Autismus wird weiterhin nicht empfohlen – entgegen einer früheren Ankündigung der Regierung von US-Präsident Donald Trump.
Trump hatte im September behauptet, dass die Behandlung mit Folinsäure – die bisher zur Vorbeugung bestimmter Nebenwirkungen von Chemotherapie zugelassen war – vielen Eltern autistischer Kinder Hoffnung gebe, ihr Leben zu verbessern. Die Medizin- und Wissenschaftsgemeinschaft in den USA kritisierte die angekündigte Zulassung als voreilig.
Trump und sein Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatten in der Vergangenheit wiederholt unbelegte Theorien über die Ursache von Autismus verbreitet. Sie behaupteten unter anderem, die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft könne die Ursache für Autismus bei Kindern sein. Experten wiesen diese Einschätzungen zurück.
Trump steht schon länger mit der Wissenschaft im Clinch. Während der Coronapandemie hatte der Rechtspopulist unter anderem das Spritzen von Desinfektionsmittel gegen das Virus ins Spiel gebracht. Sein Gesundheitsminister Kennedy gilt als Impfgegner und machte wiederholt mit Verschwörungserzählungen von sich reden. Nach seinem Amtsantritt kündigte er an, die Ursachen einer angeblichen Autismus-„Epidemie“ in den USA zu ermitteln.
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