Bei Schlaganfall unter 50 Jahren ist die Langzeitsterblichkeit erhöht
Nijmegen – Patienten, die mit 50 Jahren oder jünger einen Schlaganfall erleiden, haben ein signifikant erhöhtes Risiko, in den folgenden 20 Jahren zu versterben. Im Journal of the American Medical Association (2013; 309: 1171-1172) veröffentlichte eine Arbeitsgruppe um Loes Rutten-Jacobs vom Radboud University Nijmegen Medical Centre ihre prospektive Kohortenstudie zur Langzeitsterblichkeit jüngerer Schlaganfallpatienten.
Im Jahr 2012 beurteilten die Wissenschaftler alle 959 Patienten, die zwischen 1980 und 2010 mit erstmaliger transitorischer ischämischer Attacke (TIA) (n=262), Hirninfarkt (n=606) oder intracerebraler Blutung (ICB) (n=91) in eine Klinik kamen und zwischen 18 und 50 Jahre alt waren. Die Mortalität verglichen sie mit der Mortalitätsrate einer nach Alter und Geschlecht entsprechenden Gruppe der Gesamtbevölkerung.
Bis 2012 waren 20 Prozent der Patienten verstorben. Das kumulative 20-Jahre-Mortalitätsrisiko lag nach TIA bei 24,9 Prozent, nach Hirninfarkt bei 26,8 Prozent und nach ICB bei 13,7 Prozent. Nach einem ischämischen Ereignis war die kumulative Mortalität weiter erhöht, auch wenn die Betroffenen die Akutphase von 30 Tagen überlebt hatten. Diese erhöhte Sterblichkeit fand sich noch zwei bis drei Jahrzehnte nach dem Schlaganfall. Bei Blutungen entsprach die Mortalität nach der Akutphase etwa der Vergleichsgruppe.
Die Autoren diskutieren insbesondere zwei Gründe für die langfristig erhöhte Sterblichkeit: Die zugrunde liegende Gefäßerkrankung, die den Schlaganfall in jungen Jahren verursacht hat, und die Risikofaktoren der Studienpatienten, zum Beispiel Nikotin- und Alkoholkonsum. Rutten-Jacobs folgert, dass Studien zu einer konsequenten langfristigen Sekundärprophylaxe dieser Patienten hinsichtlich Medikation und Risikofaktoren nötig sind.
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