Berlin plant zentrale Entnahmeklinik für Organe
Berlin – Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) rechnet auch nach dem Inkrafttreten des neuen Transplantationsgesetzes am 1. April nicht mit einem rasch wachsenden Angebot von Spenderorganen.
Gegenüber rbb24 Recherche erklärte sie, schon heute gebe es in den 85 Entnahmekliniken in Berlin und Brandenburg Transplantationsbeauftragte. Es müssten aber die Abläufe in den Kliniken organisatorisch verbessert werden, um potenzielle Organspender besser zu identifizieren.
„Die Kliniken sind oft sich selbst überlassen“, sagte sie dem rbb. Kolat will deshalb die Kliniken bei der Organentnahme entlasten und plant eine zentrale Entnahmeklinik in Berlin. Diese Aufgabe könnte ihrer Meinung nach die Charite übernehmen. „Viele Krankenhäuser schaffen das im Alltag nicht. Hier braucht man Spezialisten“, so Kolat.
Bundesweit war die Zahl der postmortalen Organspender 2018 gegenüber 2017 von 797 auf 955 gestiegen. Besonders stark war der Anstieg in den ostdeutschen Bundesländern.
In Brandenburg hat sich die Zahl der Spender je eine Million Einwohner von 7,2 auf 14,8 mehr als verdoppelt, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation in ihrem aktuellen Jahresbericht.
Berlin verzeichnete einen Anstieg von 9,8 (2017) auf 13,2 pro eine Million Einwohner. Den stärksten Zuwachs registrierte Hamburg (13,3 auf 30,0). Rückgänge werden indes in Bayern, Bremen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachen verzeichnet.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: