Vermischtes

Berliner Bezirke: Eichenprozessionsspinner als Gesundheitsproblem betrachten

  • Donnerstag, 11. Juni 2026
Ein Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) hängt an den Ästen einer Eiche. /picture alliance, Pia Bayer
Ein Gespinstnest des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) hängt an den Ästen einer Eiche. /picture alliance, Pia Bayer

Berlin – Der Eichenprozessionsspinner wird in Berlin zunehmend zur Plage. Die Bezirke haben jetzt den Berliner Senat um Hilfe bei der Bekämpfung der haarigen Raupen und ihrer Nester gebeten.

„Der Eichenprozessionsspinner ist längst kein lokales Problem einzelner Straßen oder Parks mehr. Die Population breitet sich bezirksübergreifend aus“, heißt es in einem Brief der Bezirke an den Senat. Zuerst hatte der rbb berichtet.

Die zwölf Berliner Bezirke pochen darauf, dass die Plage berlinweit zentral koordiniert wird. Sie fordern etwa einen bezirksübergreifenden Austausch, gemeinsame Standards und ein abgestimmtes Vorgehen der Fachbehörden.

Zudem fordern sie im Schreiben an Bürgermeister und Finanzsenator Stefan Evers (CDU), Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU), dass der Eichenprozessionsspinner als Gesundheitsproblem und nicht wie bisher überwiegend als Pflanzenschutzthema bewertet wird.

Sie bitten zudem um finanzielle Unterstützung. Wie aus dem Brief hervorgeht, rechnen einzelne Bezirke für 2026 mit Kosten von mehr als 500.000 Euro für Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner. Die Senatsverwaltung äußerte sich zunächst nicht zum Brief.

Besonders viele Eichenprozessionsspinner in Grünanlagen

Besonders stark befallen sind nach Angaben der Bezirke etwa die Hasenheide in Neukölln, der Volkspark Wuhlheide, Siemensstadt in Spandau, der Schlosspark Schönhausen in Pankow und der Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg. Allein im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gibt es nach Angaben des Bezirksamts etwa 6.000 Eichen.

In mehreren Bezirken werden die Raupen und Nester abgesaugt, etwa in Pankow, Treptow-Köpenick und Mitte. Besonders dort, wo sich viele Menschen aufhalten, versuchen die Bezirke dem Befall Herr zu werden. Etwa an Bushaltestellen oder Spielplätzen. In Berlin-Mitte wurden drei Sportanlagen vorsorglich gesperrt – wegen „massiven Befalls“ mit dem Eichenprozessionsspinner.

Der Bezirk Neukölln gab nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mehr als 80.000 Euro für das Absaugen des Eichenprozessionsspinners aus. „Der Eichenprozessionsspinner zeigt ganz praktisch die Folgen des Klimawandels“, teilte Neuköllns Umwelt-Bezirksstadtrat Jochen Biedermann mit.

Juckreiz und Atembeschwerden möglich

Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von nur 25 bis 30 Millimetern. Die winzigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Häufig nimmt die Empfindlichkeit mit der Zahl einzelner Kontakte zu.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen so weit wie möglich zu meiden. Seinen Namen verdankt der Eichenprozessionsspinner der Eigenart seiner Raupen, nachts in langen Reihen – wie in einer Prozession – vom Nest in die Baumkrone zu wandern und dort zu fressen.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung