Bonner Register optimiert Therapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen
Bonn – Ärzte des Universitätsklinikums Bonn haben ein erstes Fazit aus den Daten ihres 2011 gegründeten Registers für die Therapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen gezogen. Darin sind im Augenblick 45 Studien mit zusammen weltweit 2.729 Patienten erfasst. Von ihnen sprach etwas mehr als jeder Dritte auf die Therapie an. Laut den Bonner Onkologen berichteten sie von nur geringen Nebenwirkungen der Therapie, vor allem Fieber, Kopfschmerzen und vorübergehender Erschöpfung.
„Bis 2011 gab es keine zentrale Anlaufstelle“, erläutert der Entwickler der CIK-Zell-Therapie Ingo Schmidt-Wolf, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Standort Bonn. Mit dem Register hätten die Bonner Ärzte jetzt einen Überblick darüber, bei welchen Tumorerkrankungen und unter welchen Bedingungen diese Behandlung besonders gut wirke. Zudem gebe es Hinweise darauf, wann vom Einsatz der CIK-Zellen abzuraten sei. Sinnlose Behandlungen würden so vermieden. „Davon profitieren die Patienten. Daher sind Kollegen weltweit dazu aufgerufen, sich weiterhin an der freiwilligen Meldung zu beteiligen“, so Schmidt-Wolf.
Für diese Krebstherapie nutzen Ärzte körpereigene Abwehrzellen, die sie dem Blut des Patienten entnehmen. Dann aktivieren sie diese mit der Hilfe von Zytokinen. Die so veränderten Abwehrzellen können bestimmte Krebszellen erkennen und deren Tod herbeiführen. Besondere Erfolge verzeichnete die Therapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen bei bösartigen Tumoren des Lymphsystems und der Leber.
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