Burnout: Vertragsärzte weniger gefährdet als Klinikkollegen
Berlin – Vertragsärzte können sich offenbar relativ erfolgreich vor einem Burn-out-Syndrom schützen. Das geht aus einer Studie der Brendan-Schmittmann-Stiftung des NAV-Virchow-Bundes hervor. Dafür wurden Vertragsärzte nach ihren Belastungen befragt. Im Vergleich mit der Situation bei Klinikärzten sei die relativ entspannte Situation bei den Vertragsärzten vor allem darauf zurückzuführen, dass ausgeprägte Leitungshierarchien fehlten. So beurteilte der Vorsitzende der Stiftung, Harald Mau, die Ergebnisse.
Befragungen in den Jahren 1996, 2002, 2004 und 2007 haben demnach ergeben, dass nur etwa fünf Prozent der Ärzte einem Burn-out-Syndrom sehr nahe sind. Rund 12 Prozent scheinen weit davon entfernt. Etwa 80 Prozent der Vertragsärzte sind allenfalls gering gefährdet. Gleichwohl sind die Ergebnisse zwiespältig.
Zwar haben sich drei Viertel der befragten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte über die Untersuchungszeit hinweg ein positives Verhältnis zu ihrem Beruf bewahrt. Dennoch belegen die empirischen Daten, dass sie seit Jahren unter einer immensen Arbeitsbelastung leiden. Neben Erschöpfung, Schlafdefiziten und unregelmäßigen Mahlzeiten klagen Ärzte, dass ihnen die Überbeanspruchung in der Praxis kaum Zeit für ihr Privatleben lässt. Mehr als die Hälfte der Vertragsärzte konstatiert zudem, „zu wenig Zeit für die Patienten zu haben“.
Auch die wirtschaftliche Situation belastet die Betroffenen. Für etwa zwei Drittel der Befragten ergeben sich Belastungen aus der „ungünstigen wirtschaftlichen Situation in unserem Lande“ und aus „den eigenen finanziellen Verpflichtungen“. Etwa 80 Prozent rechnen in „absehbarer Zukunft mit wirtschaftlichen Problemen in der eigenen Praxis“.
Die vollständige Studie kann gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro im Internet bestellt werden: www.nav-virchowbund.de, Stiftung.
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