Ärzteschaft

cGvHD: neue Behandlungs­richtlinien nach Stammzelltrans­plantation

  • Montag, 29. April 2024
/Vadim, stock.adobe.com
/Vadim, stock.adobe.com

Freiburg – Die European Respiratory Society (ERS) und die European Society for Blood and Marrow Transplan­tation (EBMT) haben Richtlinien zur Behandlung der pulmonalen chronischen Graft-versus-Host-Krankheit (cGvHD) nach Stammzelltransplantation veröffentlicht. Sie sind im European Respiratory Journal erschienen (2024; DOI: 10.1183/13993003.01727-2023).

„Die chronische Lungen-GvHD ist eine ernste und oft lebensbedrohliche Erkrankung, die die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten erheblich beeinträchtigen kann“, sagte Daiana Stolz, ärztliche Direktorin der Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Freiburg und Co-Senior-Autorin der Publikation.

Mit den neuen Richtlinien biete man eine klare Orientierungshilfe, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiere und es ermögliche, die Behandlungsergebnisse deutlich zu verbessern.

Bei einer cGvHD greifen die Spenderimmunzellen den Körper des Empfängers an. Sie ist eine häufige Komplika­tion nach einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation und zeichnet sich durch ein breites Krankheitsspektrum aus, das praktisch jedes Organ betreffen kann.

Obwohl die pulmonale cGvHD seltener auftritt, ist sie aufgrund ihres Schweregrades und der schlechten Prog­nose von großer Bedeutung. „Die optimale Behandlung von Patienten mit pulmonaler cGvHD ist kompliziert, und es gibt keinen standardisierten Ansatz“, hieß es aus der gemeinsamen Arbeitsgruppe von ERS und EBMT.

Die Empfehlungen der Leitlinie umfassen unter anderem die Anwendung von inhalativen Therapien und syste­mischen Behandlungen sowie in schweren Fällen die Möglichkeit einer Lungentransplantation.

Die Autorengruppe der Leitlinien geht außerdem auf neue Behandlungsansätze ein, zum Beispiel die extrakor­po­rale Photopherese, und neu zugelassene Medikamente wie Ruxolitinib und Belumosudil.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung