Chancen des Gesundheitsmarktes nicht verschlafen
Gelsenkirchen – Die Exporte der deutschen Gesundheitswirtschaft sollten erweitert werden. Das fordert das Institut Arbeit und Technik (IAT/ Westfälische Hochschule) aus Gelsenkirchen. „Die Hälfte der deutschen Medizintechnik- und Pharma-Exporte geht an nur fünf Abnehmer, nämlich die USA und europäische Nachbarländer, während wachstumsstarke Länder wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika lediglich sieben Prozent des Exports beziehen“, sagte der IAT-Gesundheitsökonom Stephan von Bandemer beim Gesundheitskongress des Westens in Köln. Insbesondere die angelsächsischen Länder seien in diesen Märkten derzeit besser aufgestellt.
Die Ausgangslage der deutschen Gesundheitswirtschaft ist aber nach Einschätzung von Bandemers gut und kann erfolgreich für die Außenwirtschaft genutzt werden. Allerdings sollten Medizintechnik- und Pharmaunternehmen enger mit den Dienstleistern aus den Bereichen Krankenhaus, Rehabilitation und Pflege bis hin zum Rettungsdienst zusammenarbeiten, rät der IAT-Wissenschaftler.
Vor einer Stagnation bei der Telemedizin warnt der Direktor des IAT, Josef Hilbert, auf dem Kongress. Deutschland habe eine sehr aktive, vielfältige und große Landschaft zur Entwicklung und Erprobung innovativer Internetlösungen zur Gesundheit. Es mangele aber an der flächendeckenden und dauerhaften Umsetzung. „Telemedizin in Deutschland leidet unter ‚Pilotitis‘ und produziert erschreckend viele erfolgreiche Rohrkrepierer“, so Hilbert.
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