Chile als erstes Land Lateinamerikas frei von Lepra

Genf – Chile ist als erstes lateinamerikanisches Land und zweiter Staat weltweit offiziell frei von Lepra. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO gestern in Genf mit.
Demnach trat seit über 30 Jahren keine im Land erworbene Ansteckung mit der Tropenkrankheit auf, die unbehandelt zu entstellenden Deformationen führen kann. Als erstes Lepra-freies Land war 2024 Jordanien anerkannt worden.
Der Direktor der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation PAHO, Jarbas Barbosa, sagte mit Blick auf den Zusammenhang zwischen Lepra und sozialen Lebensumständen, der Erfolg Chiles zeige, dass man den Teufelskreis von Krankheit und Armut durchbrechen könne.
Laut WHO wurden die letzten Leprafälle, die sich die Patienten in Chile selbst zugezogen hatten, in den 1990er-Jahren behandelt.
Zwischen 2012 und 2023 wurden in Chile landesweit 47 Fälle gemeldet, von denen aber keiner lokal erworben wurde. Teil des Programms zur Ausrottung der Lepra waren unter anderem ein weitreichender Zugang zur Gesundheitsversorgung und gesetzliche Maßnahmen, um Erkrankte vor Stigmatisierung und Ausgrenzung zu schützen.
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