China-Geschäft macht Carl Zeiss Meditec weiter Probleme

Jena – Die Behandlung der Augenkrankheit Grauer Star war für den Jenaer Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec lange ein wichtiger Umsatzbringer in China. Das Geschäft mit den künstlichen Linsen, die Patienten eingesetzt werden, schwächelt in China jedoch – mit Auswirkungen auf die Zwischenbilanz des börsennotierten Thüringer Unternehmens.
Der Umsatz des Medizintechnikkonzerns verringerte sich nach drei Quartalen des im Oktober gestarteten Geschäftsjahres um 2,9 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro, wie der Vorstand in Jena berichtete. Der Gewinn nach Steuern bracht ein – von rund 88 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 66 Millionen Euro.
Der Vorstand hatte bereits im vergangenen Jahr ein Kostensenkungsprogramm gestartet, das den Abbau von Hunderten Stellen in den nächsten Jahren im Konzern beinhaltet. Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung liefen, so der Vorstand. Es würden Vorbereitungen für einen künftigen Fertigungsstandort in Indien getroffen.
Finanzvorstand Justus Felix Wehmer sprach von einer Umsatzstabilisierung, wenn der Einfluss von Währungseffekten herausgerechnet wird. „Gleichzeitig sehen wir eine solide Entwicklung des Auftragsbestands.“ Für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr gehe der Vorstand weiter von einem Gesamtumsatz von 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro aus.
Im Bereich Augenheilkunde, zu dem die Intraokularlinsen zur Behandlung des Grauen Star gehören, verbuchte der Konzern einen Umsatzrückgang von 4,8 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Bei Technik für Augenoperationen wurde ein Plus von 3,8 Prozent auf 362 Millionen Euro erwirtschaftet – vor allem mit neurochirurgischen Mikroskopen.
Der Augenheilkundespezialist hatte angekündigt, Teile seines Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagern. Meditec gehört zum Zeiss-Konzern mit Hauptsitz in Oberkochen (Baden-Württemberg). Beschäftigt werden bei Zeiss Meditec im In- und Ausland rund 5.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 2.400 in Deutschland. Produziert werden Laser, OP-Mikroskope, Geräte sowie künstliche Linsen zur Behandlung von Augenerkrankungen.
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