Ärzteschaft

Chirurgen wollen Zahl der Infektionen halbieren

  • Mittwoch, 4. Mai 2011
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Stuttgart – Die Zahl chirurgisch bedingter Infektionen innerhalb von fünf Jahren um die Hälfte senken, möchte die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Dafür definierte die Fachgesellschaft auf ihrem 128. Kongress gemeinsam mit zehn weiteren chirurgischen Fachgesellschaften Forderungen wie verbesserte Hygiene, angemessenen Einsatz von Antibiotika und intensivierte Forschung.

„Nosokomiale Infektionen sind ein immenses Problem, dem wir mit größter Disziplin in der Hygiene begegnen müssen“, betonte Axel Haverich, Kongresspräsident und Präsident der DGCH aus Hannover.

Allein die Umsetzung existierender Hygienevorschriften reiche nicht aus. Dass bessere Hygiene vor Krankenhausinfektionen schütze, zeigten die Nachbarländer Schweiz, Niederlande und die skandinavischen Länder. Sie blieben seit Jahren mit weniger als einem Prozent Durchseuchung der Kliniken mit Hospitalkeimen auf konstant niedrigem Niveau. Deutschland liege mit etwa fünf bis zehn Prozent deutlich darüber.

Krankenhaushygiene: Zwischen Kostendruck und Personalmangel

Krankenhauskeime sind gegenüber Medikamenten sehr widerstandsfähig. „Dies ist vor allem einer zu liberalen Praxis in der Vergabe von Antibiotika geschuldet", bemängelte Haverich.

Die DGCH mache es sich zur Aufgabe, in allen chirurgischen Fächern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika umzusetzen.

Zudem engagiere sich die Fachgesellschaft dafür, dass OP-Teams Hygienestandards strikt einhielten. Hygienefachkräfte in den chirurgischen Kliniken sollen dies zukünftig unterstützen. Darüber hinaus fordert die DGCH intensivere Forschung zu chirurgischen Infektionen. Eine besondere Rolle spielten hierbei Beschichtungen von Implantatoberflächen.

Die Fachgesellschaft begrüßte ausdrücklich das neue Infektionsschutzgesetz. „Aber noch bevor das Gesetz greift, wollen wir Chirurgen […] das Problem von uns aus aktiv angreifen“, sagte Haverich.

Zustimmung zu dem neuen Infektionsgesetz kommt auch vom Bundesverband Medizintechnologie (BVMed). Er plädierte dafür, die Vorschriften des derzeit diskutierten Gesetzes auch auf ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen und Altenheime auszuweiten. Am 9. Mai 2011 findet eine öffentliche Anhörung zu dem Gesetzesvorhaben im Gesundheitsausschuss des Bundestages statt.

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