Chronische Erschöpfung von Ärzten erhöht Wahrscheinlichkeit für frühen Ruhestand

Leipzig – Wer als Mediziner beruflich erschöpft ist, plant häufiger, früher in den Ruhestand zu gehen. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig zusammen mit der Ärztekammer des Landes. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift BMC Public Health erschienen (2025; DOI: 10.1186/s12889-025-3557-2).
„Die Gesundheit der sächsischen Ärztinnen und Ärzte ist die Basis für eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung in Sachsen“, erläuterte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK). Deshalb habe man die Studie in Auftrag gegeben, um mit deren Ergebnissen Verbesserungen in Klinik und Praxis anzustoßen.
Für die Untersuchung befragte die Arbeitsgruppe in den Jahren 2020 und abermals 2024 insgesamt 320 in der Patientenversorgung tätige Ärzte aus Sachsen. Erfasst wurde, wie stark sie sich ausgebrannt fühlen und ob sie eine vorzeitige Verrentung in Betracht ziehen. Der Fragebogen umfasste das sogenannte „Kopenhagener Burnout-Inventar“, das das allgemeine Burnout und seine Unterdimensionen (persönlich, patientenbezogen und beruflich) erfasst.
Es zeigte sich: 42 Prozent der Befragten planten im Jahr 2020 und 39 Prozent im Jahr 2024 einen früheren Ruhestand. Bei einem Anstieg des Gesamt-Burnouts um eine Einheit ist unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren mit einer um zwölf Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für den Wunsch nach einem vorzeitigen Ruhestand zu rechnen.
Ein Anstieg des arbeitsbedingten Burnouts war signifikant mit einer um 7,1 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für die Absicht eines vorzeitigen Ruhestands verbunden, während für persönliches oder patientenbezogenes Burnout allein kein Zusammenhang festgestellt wurde.
„Der Schutz der psychischen Gesundheit von Ärztinnen und Ärzten ist ein Schlüssel, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Zukunft sicherzustellen“, sagte Steffi Riedel-Heller, Leiterin der Studie und Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
Man sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf, um vor allem ein vorzeitiges Ausscheiden aus der Patientenversorgung zu vermeiden. Strategien zur Burnout-Prävention und zur Entlastung im Arbeitsalltag könnten laut dem Forschungsteam wesentlich zur Sicherung der ärztlichen Versorgung beitragen.
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