Chronische Totalverschlüsse der Darmarterien durch Stents behandelbar
New Orleans – Minimalinvasives Stenting könnte für Patienten mit chronischen Totalverschlüssen der Darmarterien eine sinnvolle Alternative zur Operation sein. Das berichtete die Forschergruppe um Daniel Leung auf dem 38. jährlichen Treffen der Society of Interventional Radiology. Die Wissenschaftler der University of Virginia Health System veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of Vascular and International Radiology (http://dx.doi.org/10.1016/j.jvir.2013.01.473).
Chronische Totalverschlüsse entstehen meist auf dem Boden einer Atherosklerose und können eine ischämische Colitis verursachen. Die Minderdurchblutung des Darms kann zu einem Ileus, Malassimilation und letztlich zu einer Nekrose des betroffenen Darmabschnitts führen. Die Patienten leiden unter Schmerzen, blutigen Durchfällen und Gewichtsverlust. Während bei mäßiggradigen Verschlüssen das Stenting durchaus etabliert ist, werden chronische Totalverschlüsse in der Regel operativ durch Bypass oder Endarteriektomie versorgt.
Das Team evaluierte die Behandlung von 46 Patienten mit chronischen Totalverschlüssen der Arteria mesenterica superior. Bei 40 Patienten gelang die Intervention mit Stents, sechs wurden alternativ behandelt. 39 Patienten wurden laut der Arbeitsgruppe innerhalb von 24 Stunden frei von Symptomen, während ein Patient zumindest von einer Besserung berichtete.
Bei 30 Patienten erfassten die Wissenschaftler den weiteren Verlauf, wobei sich zeigte, dass nach zwei Jahren 72 Prozent der gestenteten Arterien noch durchgängig waren. Mit Hilfe von Zweitinterventionen konnten die Ärzte bei 97 Prozent der Patienten auch nach zwei Jahren Beschwerdefreiheit erreichen. Schwerwiegende Komplikationen traten bei keiner Intervention auf.
Leung hält die Stentintervention insbesondere für fragile Patienten geeignet. Die operative Versorgung sei mit einer höheren Komplikationsrate, längeren Liegezeiten und einer erhöhten Mortalität verbunden. Das minimalinvasive Verfahren sei daher eine sichere Alternative zur Operation, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
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