Chronischer Schmerz bleibt bei Demenzkranken oft unbemerkt
Kopenhagen – Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen wie Demenz können häufig nicht artikulieren, dass sie unter chronischen Schmerzen leiden. Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige können daher ihre Beschwerden sehr leicht übersehen. Diese bleiben dann unbehandelt. Das legt eine slowenische Studie nahe, die eine Arbeitsgruppe um Martin Rakusa von der Universitätsklinik Maribor, Slowenien, auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Kopenhagen vorgestellt hat.
Die Forscher haben 452 Patienten im Durchschnittsalter von 65 Jahren untersucht, die seit vielen Jahren wegen Diabetes in Behandlung sind. Bei insgesamt 44 Prozent (199 Personen) lag eine kognitive Beeinträchtigung vor. Rund zwölf Prozent aller Studienteilnehmer gaben an, unter chronischen Schmerzen in den Gliedmaßen zu leiden, einem häufigen Begleitsymptom von Diabetes. Zwei Drittel der Schmerzpatienten – 39 von 56 Personen – waren geistig nicht beeinträchtigt.
„Kognitiv beeinträchtigte oder demente Personen artikulieren ihre Beschwerden offenbar seltener. Sie dürfen daher nicht nur zu möglichen Schmerzen befragt werden, wir müssen sie aktiv untersuchen,“ folgerte Rakusa.
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