Coronakrise: Deutsche sehen sich besonders eingeschränkt

Brüssel – In Deutschland fühlen sich die Menschen einer EU-weiten Umfrage zufolge durch die Coronapandemie besonders in ihrer Freiheit eingeschränkt. Wie aus der gestern vom Brüsseler Politikinstitut European Council on Foreign Relations (ECFR) vorgestellten Erhebung zur Wahrnehmung der Krise hervorgeht, fühlten sich lediglich elf Prozent der Befragten in Deutschland in der Gestaltung ihres Alltags „frei“.
35 Prozent fühlten sich „teilweise frei“, 49 Prozent fühlten sich „nicht frei“. Zugleich gaben 68 Prozent der Befragten in Deutschland an, sich 2019 vor der Coronapandemie frei gefühlt zu haben. Damit sahen sich die Menschen hierzulande so sehr von der Coronakrise in ihrer Freiheit eingeschränkt wie in keinem anderen der zwölf untersuchten EU-Länder.
Im europäischen Gesamtdurchschnitt gaben 22 Prozent an, sich frei zu fühlen, während 64 Prozent angaben, sich vor der Pandemie frei gefühlt zu haben.
In Deutschland gaben zugleich 65 Prozent der Befragten an, keine direkten Auswirkungen der Pandemie wie Krankheit oder wirtschaftliche Schäden erlebt zu haben. 23 Prozent gaben an, von der Pandemie durch Krankheit, Krankenhausaufenthalt oder Tod eines Angehörigen oder Freundes betroffen zu sein. 13 Prozent gaben an, wirtschaftlich durch Jobverlust oder ein geringeres Einkommen betroffen zu sein.
In Spanien und Italien, die in der Pandemie hohe Totenzahlen verzeichneten, gaben mehr Menschen an, direkt von den Folgen der Coronakrise betroffen zu sein. In Spanien sahen sich 42 Prozent der Befragten direkt von der Krankheit betroffen, in Italien waren es 28 Prozent.
Für die Befragung von 16.000 Menschen in zwölf EU-Ländern beauftragte das ECFR mehrere Institute. Die Telefon- und Online-Interviews wurden im Mai und Juni geführt.
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