COVID-19: Drohen Engpässe bei Medikamenten und Medizinprodukten?

Silver Spring/Maryland – Die US-Zulassungsbehörde FDA befürchtet, dass es bei einer anhaltenden COVID-19-Epidemie zu Engpässen bei Medikamenten und Medizinprodukten kommen könnte, die in China produziert werden. Ein nicht namentlich genannter Hersteller habe bereits Lieferschwierigkeiten gemeldet, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.
Lieferengpässe sind in den letzten Jahren weltweit zu einem Problem geworden, weil immer mehr Medikamente und Medizinprodukte an immer weniger Standorten hergestellt werden, die sich häufig in Schwellenländern wie Indien und China befinden. In China steht die Produktion derzeit in vielen Regionen still, weil die Arbeiter sich in Quarantäne befinden oder die Produkte nicht mehr transportiert werden.
Dies könnte in den nächsten Wochen zu Lieferengpässen führen. In den USA müssen Hersteller der FDA drohende Lieferengpässe mitteilen. Die Behörde führt eine „drug shortages list“. Ähnliche Listen gibt es auch in Europa und Deutschland. Ein erster Hersteller hat laut FDA jetzt ein Mittel auf die „drug shortages list“ gesetzt mit der Begründung, dass ein Bestandteil für die Herstellung nicht mehr aus China lieferbar sei. Die FDA nennt in der Pressemitteilung weder das Medikament noch den Hersteller.
Laut den Recherchen der FDA gibt es 20 weitere Arzneimittel, die ausschließlich in China produziert werden oder für deren Produktion Substanzen benötigt werden, die derzeit nur in China hergestellt werden. Die Hersteller hätten auf Rückfragen keine drohenden Lieferengpässe angegeben. Außerdem handele es sich nicht um lebenswichtige Medikamente, versichert die FDA.
In China werden auch Medizinprodukte hergestellt. Laut FDA betreiben 63 Hersteller dort 72 Produktionsstätten. Einige von ihnen sind von Covid-19 betroffen, etwa weil sich die Arbeiter in Quarantäne befinden. Lieferengpässe gibt es laut FDA derzeit jedoch nicht.
Weitere Engpässe könnte es bei persönlicher Schutzkleidung, Handschuhen, Masken und anderen Dingen geben, die bei der Behandlung von Patienten oder zur Eindämmung der Pandemie benötigt werden. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist laut FDA stark gestiegen. Lieferengpässe drohten jedoch derzeit nicht, teilt die Behörde mit.
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