Ärzteschaft

Datenschutzbeauftragte warnt: Patientendaten in Praxen besser schützen

  • Montag, 4. Mai 2026
Dagmar Hartge, Brandenburgs Landesbeauftragte für den Datenschutz
Dagmar Hartge, Brandenburgs Landesbeauftragte für den Datenschutz /picture alliance, Michael Bahlo

Potsdam – Arztpraxen müssen stärker darauf achten, dass ihr Empfangsbereich datenschutzkonform gestaltet ist. Darauf hat Brandenburgs Landesdatenschutzbeauftragte Dagmar Hartge aufmerksam gemacht. In Praxen sei die Abtrennung zwischen Empfang und Wartebereich oft zu gering.

Unbeteiligte könnten Gespräche mithören, die sensible personenbezogene Daten zum Inhalt hatten. Es habe sogar einen Fall gegeben, in dem andere Patienten den Bildschirm des Praxiscomputers einsehen konnten. „Wir haben vor Ort mit Nachdruck auf die räumliche Umgestaltung drängen müssen“, sagte Hartge bei der Vorstellung ihres Jahresberichts heute in Potsdam.

Wie die Datenschutzbeauftragte betonte, könne eine unbefugte Offenbarung besonders schwer wiegen. „Medizinische Einrichtungen und Dienstleister müssen deshalb ein besonderes Augenmerk auf die Umsetzung geeigneter und angemessener Datenschutzmaßnahmen richten“, sagte Hartge.

„Vertrauen entsteht oft durch einfache Mittel – durch eine geschickte Aufteilung von Räumen, durch Diskretionsabstände oder durch die eigentlich selbstverständliche Sperrung von Bildschirmen an unbesetzten Arbeitsplätzen.“

Eine Verwarnung gab es im vergangenen Jahr für eine Arztpraxis, die in Folge eines Hackerangriffs sämtliche Patientendaten verloren hatte.

Wie der Bereichsleiter Technik in der Behörde der Landesdatenschutzbeauftragten, Thomas Reinke, mitteilte, seien in der Praxis 75 Gigabyte mediznischer Daten von der Schadsoftware verschlüsselt worden. Da die Sicherungskopien aber dauerhaft mit der Praxissoftware verbunden waren, wurden sie ebenfalls verschlüsselt. „Datensicherung muss aber wirksam sein“, sagte Reinke.

benl

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