Debatte über griechisches Gesundheitssystem entbrannt

Athen – Nach dem Unfall eines Milliardärs ist in Griechenland eine Debatte über die dortige Gesundheitsversorgung entbrannt. Im Zentrum stehen Äußerungen des griechischen Gesundheitsminister Adonis Georgiadis.
„Das griechische Gesundheitswesen hat das geschafft, was eine der größten privaten Versicherungsgesellschaften der Welt nicht geschafft hat“, hatte Georgiadis nach der Rettung des Mannes. Dessen Versicherung habe sich aufgrund der Schwere seiner Verletzungen geweigert, die Behandlung zu übernehmen. Der Minister hob hervor, dass der Mann in einem öffentlichen Krankenhaus behandelt worden sei.
Bei dem Verletzten handelte es sich Medienberichten zufolge um den neuseeländischen Unternehmer Tom Greenwood. Mitarbeiter des Krankenhauses, in das Greenwood nach einem Quad-Unfall vom vergangenen Mittwoch per Hubschrauber gebracht worden war, widersprachen dem Minister allerdings.
Das Personal der Klinik in Nikaia, einem Vorort der Hauptstadt Athen, erklärte, dass es täglich Todesfälle gebe, die „verhindert werden könnten“, wenn der staatliche Rettungsdienst nicht unterbesetzt wäre.
Ein anderer Fall sorgte in Griechenland ebenfalls für Aufsehen. Das Gesundheitsministerium erklärte, ein Krankenwagen habe mehr als 20 Minuten gebraucht, um einen Strand auf der Halbinsel Chalkidiki zu erreichen. Dort hatte der konservative Politiker Apostolos Vesiropoulos einen Herzinfarkt erlitten. Der 59-Jährige starb später im Krankenhaus.
Ähnliche Fälle gibt es in Griechenland immer wieder. Griechische Gesundheitsgewerkschaften hatten in der Vergangenheit wiederholt davor gewarnt, dass die chronische Unterfinanzierung staatlicher Krankenhäuser und Gesundheitszentren das Personal enorm belaste und Leben gefährde.
Gesundheitsminister Georgiadis wies jegliche Kritik am griechischen Gesundheitssystem zurück, das nach der Schuldenkrise des Landes im Jahr 2010 massive Kürzungen hinnehmen musste.
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