Demografie: Herausforderung für die Sicherungssysteme
Berlin – Dem demografischen Wandel wird man nicht gerecht, indem man die Einnahmen bisheriger Sicherungssysteme einfach erhöht. Diese Meinung hat Florian Bernschneider (FDP) im Gespräch mit Franz Müntefering (SPD) vertreten. Die beiden Bundestagsabgeordneten sprachen in einem Interview für die Wochenzeitung Das Parlament miteinander. Bernschneider ist 25 Jahre alt, Müntefering 72 Jahre.
Bernschneider verwies darauf, dass es nicht nur um Veränderungen in der Rentenversicherung gehe, sondern auch um die bei anderen Sicherungssystemen wie der Krankenversicherung. Hier habe die Koalition vor allem „die Versorgung im ländlichen Raum angepackt.Gerade in bevölkerungsschwachen Gegenden sind aber neben der Politik auch neue Versorgungskonzepte der Privatwirtschaft gefragt.“
Der Liberale sprach sich gegen eine Demografieabgabe aus, über die die Unionsfraktion im Frühjahr diskutiert hatte. Damals war überlegt worden, von über 25-jährigen Mitgliedern der gesetzlichen Sicherungssysteme einen entsprechenden Zuschlag zu verlangen.
„Ein Nein zur Demografieabgabe, ein Ja zur Stabilität in den sozialen Sicherungssystemen“, befand Franz Müntefering im Gespräch mit der Parlaments-Zeitung. Die SPD habe sich auch nicht von der Rente mit 67 verabschiedet: „Sie sagt nur, dass es im Moment schwierig ist, damit zu beginnen, weil zu viele Ältere derzeit gar keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.“
Der Sozialdemokrat forderte, Älteren eine Chance zu geben: „Der Dachdecker, der mir dann immer entgegengehalten wird, kann tatsächlich mit 67 nicht mehr aufs Dach. Nur: Das konnte der mit 65 auch schon nicht mehr. Irgendwann ist halt Schluss. Aber vielleicht ist genau dieser Dachdecker ja der Richtige, um in den Haushalten Kundenbetreuung zu machen.“
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