Deutsche Aids-Hilfe fordert Abschaffung von HIV-Zwangstests in Bayern
Berlin – Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat das bayerische Gesundheitsministerium aufgefordert, Asylbewerber nicht mehr zu HIV-Tests zu zwingen. Diese verstießen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sagte Sylvia Urban, Mitglied im Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe.
„Ein solcher Test ist und bleibt Körperverletzung, auch wenn die Flüchtlinge unter Druck ihr Einverständnis erklären“, kritisierte Urban. Mit der Abschaffung dieser unwürdigen Praxis sei Bayern auf dem richtigen Weg gewesen. „Umso enttäuschender, dass die Verantwortlichen jetzt zurückrudern“, kommentierte das DAH-Vorstandsmitglied.
Statt Zwangstest brauchen Flüchtlinge der DAH zufolge auf sie zugeschnittene Angebote für freiwillige HIV-Tests – in Verbindung mit Beratung, die ihrer Sprache und Kultur Rechnung trägt.
„Die Aidshilfen in Bayern leisten in diesem Bereich bereits seit vielen Jahren hervorragende Arbeit“, verwies Urban. Es gelte, deren Angebote auszubauen. Urban: „Die bayerische Staatsregierung steht in der Pflicht, den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung zu bieten."
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