Ärzteschaft

DGHO fordert neue Strukturen für klinische Studien in Deutschland

  • Donnerstag, 31. März 2022
/rachaphak, stock.adobe.com
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Jena/Würzburg/Berlin – Die klinische Krebsforschung in Deutschland muss dringend weiterentwickelt und der Forschungsstandort Deutschland ausgebaut werden, forderte die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. (DGHO) im Rahmen ihrer virtuellen Frühjahrstagung 2022.

Klinische Studien seien die Basis für die beispiellosen Fortschritte in der Hämatologie und Onkologie der letzten Jahre, sagte Andreas Hochhaus aus Jena, Vorsitzender der DGHO, bei der Diskussionsrunde zum Thema „Förderung Klinischer Studien“ am 30. März.

Um möglichst rasch positive Studienergebnisse in den Behandlungsalltag zu übertragen, sei jedoch eine Verbesserung der Forschungsinfrastruktur in Deutschland dringend nötig. „Wir müssen unabhängig von der Industrie die translationale Forschung vorantreiben können“, sagte Hochhaus. Allerdings passe der­zeit die Größenordnung der industrieunabhängigen Finanzierungsmöglichkeiten von klinischen Studien, beispielsweise durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), nicht zu den Anforderungen, die beim Monitoring klinischer Studien zu erfüllen seien.

„Die Anforderungen an die Konzeption und Durchführung klinischer Studien werden immer komplexer“, kritisierte Hermann Einsele aus Würzburg, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. Gleichzeitig werde es immer schwieriger, kleinere Studien umzusetzen, die ebenfalls einen großen Aufwand erforderten. Da auch kleinere Studien oft Jahre an Zeitaufwand brauchten, werde es gerade für junge Kolleginnen und Kollegen immer schwieriger, darauf eine Karriere aufzubauen. „Wir brauchen eine strukturelle Förderung“, forderte er.

Wie die Rahmenbedingungen für klinische Studien gestaltet werden müssten, wolle die Deutsche Krebshilfe jetzt gemeinsam mit der DGHO erarbeiten und in den nächsten Monaten in einem Positions­papier darstellen, erklärte Gerd Nettekoven, Vorstandvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

2019 hatte die DGHO bereits in einer „Roadmap 2019 für die Erforschung von Krebs- und Bluterkran­kungen in Deutschland“ wichtige Herausforderungen für den Wissenschaftsstandort Deutschland vorge­stellt.

ER

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