Politik

Drohender Versorgungs­engpass in der Substitutions­therapie

  • Dienstag, 1. Dezember 2015
Uploaded: 22.05.2013 16:40:34 by mis
dpa

Stuttgart/Berlin – Baden-Württemberg wird in der nächsten Sitzung des Bundesrats einen Entschließungsantrag einbringen, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Vorgaben für die Substitutionsbehandlung zu vereinfachen und dadurch wieder mehr Ärzte für diese Arbeit zu gewinnen. „Die Substitution ist in den letzten 20 Jahren zu einem wichtigen und anerkannten Baustein der Suchtbehandlung geworden. Leider sind immer weniger junge Ärzte bereit, sich in der Substitutionstherapie zu engagieren. Das liegt vor allem an der Überregulierung“, sagte Baden-Württembergs Gesundheits­ministerin Katrin Altpeter (SPD).

Vor allem in ländlichen Gebieten werde es immer schwieriger, Nachfolger für aus Altersgründen ausscheidende substituierende Ärzte zu finden, so die Ministerin. „Wenn Gesundheitsminister Gröhe nicht endlich handelt, gibt es bald nicht mehr genug Ärzte, um die bestehenden Substitutionsangebote aufrechterhalten zu können“, warnte Altpeter.

„Wir brauchen mehr substituierende Ärzte. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der substituierten Patienten von durchschnittlich 20,2 je Arzt (2003) auf 27,6 (2012) gestiegen“, schrieben Autoren um Christoph von Ascheraden bereits 2013 im Deutschen Ärzteblatt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erschwerten eine Therapie, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspreche. Die Altersstatistik der circa 2.700 substituierenden Ärzte in Deutschland zeige, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein Großteil der jetzt Tätigen in den Ruhestand gehen wird, warnen die Autoren.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung