Drohender Versorgungsengpass in der Substitutionstherapie

Stuttgart/Berlin – Baden-Württemberg wird in der nächsten Sitzung des Bundesrats einen Entschließungsantrag einbringen, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Vorgaben für die Substitutionsbehandlung zu vereinfachen und dadurch wieder mehr Ärzte für diese Arbeit zu gewinnen. „Die Substitution ist in den letzten 20 Jahren zu einem wichtigen und anerkannten Baustein der Suchtbehandlung geworden. Leider sind immer weniger junge Ärzte bereit, sich in der Substitutionstherapie zu engagieren. Das liegt vor allem an der Überregulierung“, sagte Baden-Württembergs Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD).
Vor allem in ländlichen Gebieten werde es immer schwieriger, Nachfolger für aus Altersgründen ausscheidende substituierende Ärzte zu finden, so die Ministerin. „Wenn Gesundheitsminister Gröhe nicht endlich handelt, gibt es bald nicht mehr genug Ärzte, um die bestehenden Substitutionsangebote aufrechterhalten zu können“, warnte Altpeter.
„Wir brauchen mehr substituierende Ärzte. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der substituierten Patienten von durchschnittlich 20,2 je Arzt (2003) auf 27,6 (2012) gestiegen“, schrieben Autoren um Christoph von Ascheraden bereits 2013 im Deutschen Ärzteblatt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen erschwerten eine Therapie, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspreche. Die Altersstatistik der circa 2.700 substituierenden Ärzte in Deutschland zeige, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren ein Großteil der jetzt Tätigen in den Ruhestand gehen wird, warnen die Autoren.
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