Ebolaepidemie in der DR Kongo: WHO dringt auf Impfstofftests

Genf – Angesichts der Ebolaepidemie in der Demokratischen Republik (DR) Kongo haben Impfstoffexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf klinische Tests mit einem gegen eine andere Ebolavariante zugelassenen Impfstoff gedrungen.
Der Impfstoff Ervebo habe sich bewährt und könnte ersten Ergebnissen zufolge auch gegen die in der DR Kongo ausgebrochene Bundibugyovariante wirken, teilten die Experten Ende vergangener Woche mit. Dort haben sich inzwischen mehr als 4.000 Menschen mit Ebola infiziert.
Die Fachleute verwiesen unter anderem auf eine Studie an Affen, nach der drei von vier mit Ervebo geimpften Tieren eine Ansteckung mit der Bundibugyovariante überlebten. In der ungeimpften Kontrollgruppe war es nur eines von vier Tieren.
Auch eine noch unveröffentlichte Studie an Ratten habe gezeigt, dass alle geimpften Versuchstiere überlebten, während alle ungeimpften Ratten innerhalb von zehn Tagen durch das Virus getötet wurden.
Weil der Impfstoff bereits für eine andere Variante zugelassen ist, hunderttausenden Menschen verabreicht wurde und deshalb als sicher gilt, könne eine Zwischenphase der klinischen Tests übersprungen werden, befanden die Experten. Die Tests könnten sofort in die sogenannte dritte Phase gehen, in der in der Regel tausende Menschen geimpft werden.
Die Impfung soll der Empfehlung zufolge vor allem Menschen verabreicht werden, die Kontakt mit einem infizierten Menschen haben. Es sei wahrscheinlich, dass eine Impfung zwar nicht die Ansteckung oder Symptome verhindere, geimpfte Menschen aber vor einem tödlichen Verlauf geschützt werden könnten. Unabhängig davon solle weiter an einem spezifischen Impfstoff gegen die Bundibugyovariante geforscht werden.
Die DR Kongo hatte den Ebolaausbruch am 17. Mai offiziell festgestellt. Seitdem haben die Behörden 4.053 Ansteckungen gemeldet, 1.850 Menschen starben. Der Ausbruch betrifft fünf Provinzen im von jahrzehntelanger Gewalt geprägten Osten des Landes.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen. In den vergangenen 50 Jahren starben in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit.
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