EHEC plus EAEC macht EAHEC

Göttingen – Nach dem Beijing Genomics Institute ist es jetzt auch Forschern der Universität Göttingen gelungen, den für die EHEC-Epidemie verantwortlichen Stamm zu sequenzieren. Die Ergebnisse sind die gleichen, die Einordnung unterscheidet sich ein wenig.
Die chinesischen Forscher hatten bereits erkannt, dass der Erreger, der bisher in Deutschland zu 3.244 Erkrankungen geführt hat, denen 36 Menschen erlagen (Stand 15.6.2011, 10.00), Gene aus zwei unterschiedlichen Bakterien in sich vereinigte.
Das Erbgut stammt zu 93 Prozent von enteroaggregativen E. coli (EAEC), der zuvor in Zentralafrika aufgetreten ist. Das übrige Erbgut wurde von einem „konventionellen“ EHEC-Erreger, darunter auch das Shiga-Toxin übernommen. Die Genetiker vermuten, dass der Transfer von einer Bakteriophage durchgeführt wurde.
Während in der Öffentlichkeit weiterhin von EHEC-Bakterien die Rede ist, schlägt Rolf Daniel von Göttinger Laboratorium für Genomanalyse, wo jetzt die Sequenzierung des Erregergenoms abgeschlossen wurde, die Bezeichnung EAHEC (Entero-Aggregativer-Hämorrhagischer Escherichia coli) vor.
Dies erscheint angesichts der überwiegenden Herkunft des Erregers von EAEC berechtigt. Andererseits kann argumentiert werden, dass das Shiga-Toxin, das sowohl für die blutige Diarrhoe als auch für die Intoxikation, die zum hämorrhagisch-urämisches Syndrom (HUS) führt, der “qualitativ” wichtigere Bestandteil ist. Wer sich durchsetzt, bleibt abzuwarten.
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