Medizin

EHEC plus EAEC macht EAHEC

  • Mittwoch, 15. Juni 2011
Manfred-Rohde-HZI
Manfred-Rohde-HZI

Göttingen – Nach dem Beijing Genomics Institute ist es jetzt auch Forschern der Universität Göttingen gelungen, den für die EHEC-Epidemie verant­wort­lichen Stamm zu sequen­zieren. Die Ergebnisse sind die gleichen, die Einordnung unterscheidet sich ein wenig.

Die chinesischen Forscher hatten bereits erkannt, dass der Erreger, der bisher in Deutschland zu 3.244 Erkrankungen geführt hat, denen 36 Menschen erlagen (Stand 15.6.2011, 10.00), Gene aus zwei unter­schiedlichen Bakterien in sich vereinigte.

Das Erbgut stammt zu 93 Prozent von enteroaggregativen E. coli (EAEC), der zuvor in Zentralafrika aufgetreten ist. Das übrige Erbgut wurde von einem „konventionellen“ EHEC-Erreger, darunter auch das Shiga-Toxin übernommen. Die Genetiker vermuten, dass der Transfer von einer Bakteriophage durchgeführt wurde.

Während in der Öffentlichkeit weiterhin von EHEC-Bakterien die Rede ist, schlägt Rolf Daniel von Göttinger Laboratorium für Genomanalyse, wo jetzt die Sequenzierung des Erregergenoms abgeschlossen wurde, die Bezeichnung EAHEC (Entero-Aggregativer-Hämorrhagischer Escherichia coli) vor.

Dies erscheint angesichts der überwiegenden Herkunft des Erregers von EAEC berechtigt. Andererseits kann argumentiert werden, dass das Shiga-Toxin, das sowohl für die blutige Diarrhoe als auch für die Intoxikation, die zum hämorrhagisch-urämisches Syndrom (HUS) führt, der “qualitativ” wichtigere Bestandteil ist. Wer sich durchsetzt, bleibt abzuwarten.

rme

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung