Vermischtes

Einige Antibiotika in der Tiermedizin wieder häufiger abgegeben

  • Mittwoch, 15. Oktober 2025
/littlewolf1989, stock.adobe.com
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Berlin – In der Tiermedizin wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Antibiotika verwendet als im Vorjahr 2023. Das geht aus einer Übersicht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hervor. 

Danach wurden im Jahr 2024 562 Tonnen Antibiotika an Tierärzte und weitere Empfänger abgegeben. Das ist ein Plus von 34 Tonnen (6,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2011, dem ersten Jahr der Erfassung, beträgt der Rückgang 67 Prozent.

Von den 562 Tonnen Antibiotika entfallen wie in den Vorjahren die größten Mengen auf Penicilline (222 Tonnen) und Tetrazykline (113 Tonnen). Es folgen Sulfonamide (62 Tonnen), Makrolide (53 Tonnen), Aminoglykoside (37 Tonnen) und Polypeptidantibiotika (31 Tonnen).

Einen Rückgang im Verbrauch gab es bei Polypeptidantibiotika (Colistin; 31 Tonnen; minus 7,4 Prozent). Damit erreichten diese ihren bisher niedrigsten Wert seit dem Jahr 2011. Für die Fluorchinolone wurde aber ein leichter Anstieg der Abgabemengen um 0,2 Tonnen verzeichnet (plus 3,5 Prozent). Auch die Abgabemenge von Cephalosporinen der dritten und vierten Generation stieg leicht um 0,1 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (plus 4,4 Tonnen). 

Die gemeldeten Wirkstoffmengen lassen sich laut dem BVL nicht einzelnen Tierarten zuordnen, da die Mehrzahl der Tierarzneimittel, welche diese Wirkstoffe enthalten, für die Anwendung bei verschiedenen Tierarten zugelassen ist.

„Trotz des geringen Anstiegs bewegen sich die Antibiotikaabgabemengen auf einem im Vergleich zum Jahr 2011 sehr niedrigen Niveau und haben sich stabilisiert“, sagte Gaby-Fleur Böl, Präsidentin des BVL.

Seit dem Jahr 2011 sind pharmazeutische Hersteller und Inhaber einer Großhandelsvertriebserlaubnis dazu verpflichtet, die Mengen an Antibiotika zu melden, die sie jährlich an Tierärzte und andere abgegeben haben. Das BVL wertet diese Daten aus und veröffentlicht sie.

hil

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