EMA prüft Sicherheit von Selexipag
London – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat ein Risikobewertungsverfahren zu dem Prostazyklin-Rezeptoragonisten Selexipag eingeleitet. Das Mittel war erst im Mai letzten Jahres europaweit zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie bei Erwachsenen zugelassen worden. Seither ist es in Frankreich zu mehreren Todesfällen gekommen.
Die französische Arzneimittelbehörde ANSM hatte Ende Januar mitgeteilt, dass fünf Patienten nach dem Beginn einer Behandlung mit Selexipag gestorben sind. Die genauen Umstände konnten bisher nicht geklärt werden. Ob ein ursächlicher Zusammenhang mit der Einnahme von Selexipag besteht, ist noch offen.
Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) prüfe derzeit die vorhandenen Daten, heißt es in der Pressemitteilung der EMA. Die Ärzte dürfen den Arzneistoff vorerst weiter einsetzen, sie sollen sich aber genau an die Indikation halten.
Selexipag ist zur Langzeitbehandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten der WHO-Funktionsklasse II bis III zugelassen. Das Reservemittel darf nur bei Patienten eingesetzt werden, deren Symptome mit einem Endothelin-Rezeptorantagonisten und/oder einem Phosphodiesterase-5-Inhibitor nur unzureichend kontrolliert werden können. In diesem Fall kann eine zusätzliche Behandlung mit Selexipag erfolgen. Eine Monotherapie ist nur bei Patienten erlaubt, für die die anderen Mittel nicht infrage kommen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: