Empfehlung für PET/MRT bei krebskranken Kindern
Leipzig – Kinderradiologen und Nuklearmediziner am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) empfehlen in der Fachzeitschrift Pediatric Radiology (doi 10.1007/s00247-012-2570-4) bei krebskranken Kindern eine kombinierte Diagnostik mittels einer Positronen-Emissions- und einer Magnetresonanz-Tomographie (PET/MRT). Ein solches Vorgehen sei schonender und ebenso aussagekräftig wie die bisherigen Verfahren, hieß es aus Leipzig. Allerdings ist das Verfahren nur in sieben Zentren in Deutschland verfügbar.
Vermuten Ärzte bei einem Patienten einen streuenden und damit besonders gefährlichen Tumor, kommt in der Diagnostik häufig die Positronen-Emissions-Tomographie in Kombination mit dem Computertomographen (PET/CT) zum Einsatz. Dieses Verfahren zeigt mögliche Tumorherde im gesamten Körper und misst ihre Stoffwechselaktivität. Gleichzeitig wird bei dieser Methode der Patient jedoch auch einer Strahlenexposition ausgesetzt.
„Bei Kindern versuchen wir daher, auf die Computertomographie zu verzichten“, erklärt Wolfgang Hirsch, Leiter der Abteilung für Kinderradiologie am Universitätsklinikum Leipzig. Das kindliche Gewebe reagiere sensibler auf die Strahlung als das von Erwachsenen. „Dieses Risiko möchten wir vermeiden, gleichzeitig brauchen wir gerade bei schwer krebskranken Kindern aber vergleichbar aussagekräftige und verlässliche Bilddaten für die Diagnose- und Therapieplanung“, so Hirsch.
Zusammen mit Nuklearmedizinern des UKL testete er das neue Verfahren vor allem bei Kindern mit seltenen und streuenden Tumoren wie bei Knochenkrebserkrankungen, Neuroblastomen oder Lymphdrüsenkrebs. „Anhand dieser Daten können wir die sehr individuelle Therapie für unsere kleinen Patienten planen und entsprechend auch die Wirksamkeit kontrollieren“, so die Nuklearmedizinerin Regine Kluge.
„Unsere Erfahrungen belegen, dass das schonendere Verfahren gleichzeitig hochpräzise und damit sehr gut geeignet für unsere Diagnosestellungen ist“, so Hirschs Fazit. Positiv sei auch, dass die zunächst geplante lange Untersuchungsdauer in dem Ganzkörpergerät deutlich kürzer ausfallen könne als angenommen. „Statt der ursprünglich angenommenen anderthalb Stunden reichen bereits 30 bis 45 Minuten“, so der Kinderradiologe.
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