Vermischtes

Endoprothesenregister verzeichnet deutlichen Anstieg bei Knieendoprothesen

  • Donnerstag, 30. Oktober 2025
/ATRPhoto, stock.adobe.com
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Berlin – In Deutschland steigt die Zahl der implantierten Hüft- und Knieendoprothesen deutlich an. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) hervor.

Für das Jahr 2024 erfasste das EPRD demnach 410.333 endoprothetische Eingriffe an Hüfte oder Knie inklusive Folgeeingriffe und Revisionsoperationen. Davon entfielen 199.052 auf die primäre Implantation eines Hüftgelenks und 173.252 auf die Erstimplantation eines Kniegelenks.

Damit nimmt besonders die Zahl der Ersteingriffe am Kniegelenk deutlich zu. Von 2022 auf 2024 erhöhte sich die Zahl der jährlichen dokumentierten Hüftversorgungen um 18.237 und die der Knieversorgungen um 36.413. 

Im Vergleich zu Patienten mit einer Hüftprothese sind Knieprothesenpatienten dem Register zufolge meist jünger und haben im Median einen etwa drei Punkte höheren Body-Mass-Index (BMI). Vor allem in den jüngeren Altersgruppen ist der BMI der Knieprothesenpatienten stärker erhöht.

Die Zahl der Krankenhäuser ist aufgrund der Strukturreformen im Gesundheitswesen und der daraus folgenden Marktkonsolidierung leicht rückläufig. Dennoch haben Kliniken dem EPRD für 2024 vier Prozent mehr Eingriffe gemeldet als für das Vorjahr.

„Diese Entwicklung freut uns sehr. Sie zeigt, dass das EPRD sich als wissenschaftliches Register in der endoprothetischen Versorgung etabliert hat und seine praxisnahe Datenbasis ein zentraler Bestandteil der Versorgungsforschung in Deutschland ist“, sagte EPRD-Geschäftsführer Timo Stehn.

Das Register geht in dem Jahresbericht auch auf die Qualitätsbeurteilung in der Endoprothetik ein. Danach lässt sich der Zusammenhang zwischen höherer Fallzahl und niedrigerer Komplikationsrate nicht auf alle Einrichtungen übertragen. So weist das EPRD auf vereinzelt sehr gute Behandlungsergebnisse bei kleineren Kliniken und schlechtere Behandlungsergebnisse bei größeren Kliniken hin.

Das EPRD kommt deswegen zu dem Schluss, dass die Fallzahl als alleiniger Parameter zur Messung der Ergebnisqualität nicht ausreichend ist.

„Um zu vermeiden, dass mit einem generellen Ausschluss von Einrichtungen mit kleinen Fallzahlen auch diejenigen Kliniken von der Versorgung ausgeschlossen werden, die gute Qualität liefern, ist neben der Fallzahl eine systematische Überwachung der Ergebnisqualität wichtig und sollte perspektivisch in die Kriterien des Leistungsgruppenkatalogs integriert werden“, sagte der wissenschaftliche Leiter des EPRD, Carsten Perka.

Das EPRD ist ein freiwilliges Register und mit mehr als drei Millionen erfassten OP-Dokumentationen das zweitgrößte endoprothetische Register Europas. 

hil

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