Erlöse somatischer Krankenhäuser stiegen um 3,7 Prozent

Berlin – Die Nettoerlöse somatischer Krankenhäuser sind im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent im Vergleich zu 2019 angestiegen. Bei den psychiatrischen Krankenhäusern liegt der Anstieg bei etwa 10,7 Prozent. Das geht aus Berechnungen des Expertenbeirats des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervor, der die Auswirkungen der Hilfszahlungen des Bundes auf die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in der Coronapandemie untersucht.
Bei den Nettoerlösen sind sowohl die Ausgleichszahlungen des Bundes für nicht belegte Krankenhausbetten enthalten als auch die variablen Fixkosten, die die Krankenhäuser bei den nicht erbrachten Leistungen eingespart haben.
Die Erlöszuwächse fielen dabei je nach Größe des Krankenhauses und Case-Mix-Index (CMI) unterschiedlich aus. So stiegen die Nettoerlöse bei Krankenhäusern mit weniger als 300 Betten um 4,9 Prozent und bei Krankenhäusern mit einem CMI von unter 0,8 um 4,2 Prozent. Bei Krankenhäusern mit mehr als 600 Betten stiegen die Nettoerlöse hingegen um 2,9 Prozent, bei Krankenhäusern mit einem CMI von mehr als 1,1 stiegen sie um 2,8 Prozent.
Zehn Milliarden Euro Ausgleichszahlungen
Grund für den Erlösanstieg während der Pandemie waren unter anderem die Ausgleichszahlungen des Bundes, der eine Pauschale pro nicht belegtem Bett an die Krankenhäuser überwies: insgesamt 10,2 Milliarden Euro im Jahr 2020.
Nachdem während der ersten Welle der Pandemie alle Krankenhäuser dieselbe Pauschale erhalten haben, variiert die Höhe der Pauschale seit Beginn der zweiten Welle je nach Krankheitsschwere und Verweildauer der Patienten eines Krankenhauses.
Diese Anpassung habe zu einer größeren Zielgenauigkeit der Maßnahmen geführt, erklärte der Beirat, der sich zudem dafür aussprach, die noch bis zum 31. Mai 2021 laufenden Ausgleichszahlungen zu verlängern.
Für die Bereitstellung zusätzlicher Intensivbetten erhielten die Krankenhäuser im Jahr 2020 zudem 690 Millionen Euro und für Bonuszahlungen an besonders belastete Mitarbeiter 100 Millionen Euro.
Auch die Zahlungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an die Krankenhäuser ist im Jahr 2020 angestiegen: von 80,3 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 81,6 Milliarden Euro im Jahr 2020 (+1,5 Prozent).
Dem Gutachten zufolge ist die Ausgabensteigerung unter anderem auf die gestiegenen Landesbasisfallwerte zurückzuführen (+3,4 Prozent) sowie auf den höheren CMI der im Krankenhaus verbliebenen Fälle (+4,6 Prozent), auf die Tariflohnrefinanzierung (+0,5 Prozent) und auf die infolge der MDK-Reform erfolgte Reduktion der Zahl der Abrechnungsprüfungen im Jahr 2020 (+ 1,0 Prozent).
Die Mitglieder des Beirats betonten, dass die Pandemie zu keinem Zeitpunkt die stationäre Versorgung an ihre Grenzen gebracht habe. Darüber hinaus äußerten sie die Hoffnung, dass die Expertise des Gremiums weiterhin genutzt werde und auch im Jahr 2021 die Auswirkungen der Pandemie auf die Krankenhäuser transparent betrachtet würden.
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