Ernährungsempfehlungen für Säuglinge oft fehlerhaft kommuniziert
Krefeld – Ernährungsempfehlungen für Säuglinge werden oft fehlerhaft kommuniziert. Das ist das Ergebnis eines Projektes an der Hochschule Niederrhein. Demnach besteht bei 70 Prozent der Ratgeberbroschüren dringender Überarbeitungsbedarf.
„Wenn es um den Übergang vom ausschließlichen Stillen zur Beikost geht, werden die Handlungsempfehlungen besonders oft falsch wiedergegeben“, erklärte Projektleiterin Christel Rademacher und verwies auf ein Beispiel: Während in den Handlungsempfehlungen von einer ausschließlichen Stilldauer von vier bis sechs Monaten die Rede sei, stünden in den Broschüren falsche Formulierungen wie „höchstens vier Monate stillen“ oder unkonkrete Formulierungen wie „bis vier Monate stillen“.
„Bei den Frauen führt das völlig zu Recht zu Verunsicherung“, sagte Rademacher. Aus Sicht von jungen Eltern, die sich über Säuglingsernährung informieren wollen, bedeute das: Nur in bundesweit nicht einmal jeder dritten Ratgeberbroschüre (30 Prozent) finden sie korrekte Informationen, die den Handlungsempfehlungen von Ernährungswissenschaftlern entsprechen.
Im Rahmen des dreisemestrigen Forschungsprojektes untersuchten die Wissenschaftler unter anderem 33 bundesweit verfügbare Broschüren, die von unterschiedlichen Herausgebern wie Fachgesellschaften, Verbänden, Ministerien, Krankenversicherungen oder von Unternehmen aus der Ernährungsindustrie publiziert und in großer Auflage verbreitet wurden.
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