Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg tritt fast geschlossen zurück
Hamburg – Die Ethikkommission der Ärztekammer Hamburg tritt zum März fast geschlossen zurück. Das teilte die Kammer heute mit. Einem Beitrag im NDR zufolge begründen die betreffenden Mitglieder dies mit Vorwürfen gegen das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), aber auch gegen die Ärztekammer. Das UKE habe die Kommission angeblich unter Druck gesetzt, weil diese Forschungsvorhaben zu gründlich und damit zu lange prüfe. Die Ärztekammer habe sich dieser Sichtweise angeschlossen und ansonsten ein hohes Desinteresse an der Arbeit der Ethikkommission erkennen lassen.
Diese Vorwürfe weist Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery als „völlig absurd“ zurück: „Der Vorwurf des Desinteresses ist einfach nur Unsinn. Die Ethikkommission ist in ihrer inhaltlichen Arbeit vollkommen unabhängig, weshalb wir niemals Einfluss auf irgendwelche Entscheidungen genommen haben oder jemals nehmen würden.“ Die Unterstellung, die Kammer nehme den Patientenschutz nicht ernst, sei eine bösartige Verleumdung, die jeder Grundlage entbehre.
Montgomery dazu: „Die Arbeit der Ethikkommission hat einen hohen Stellenwert - für den Patientenschutz wie für den Wissenschaftsstandort Hamburg. Im Sinne dieser wichtigen Aufgabe blicken wir nun nach vorn.“ Die Kammer werde in Absprache mit Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks so schnell wie möglich neue Mitglieder berufen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: