Ausland

EU erhöht Ebola-Hilfe

  • Donnerstag, 6. November 2014

Brüssel/Washington/Berlin – Die EU stockt ihre finanziellen Hilfen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. Sie stellt weitere 280 Millionen Euro gemeinsam mit der Pharmaindustrie für die Erforschung der Krankheit bereit, wie die EU-Behörde am Donnerstag in Brüssel mitteilte. USA-Präsident Barak Obama will ebenfalls mehr Geld geben. Unterdessen hat die WHO die Zahl der erfassten Ebola-Fälle leicht nach unten korrigiert. In Deutschland rechnet eine Expertenkommission auch mit einem Ebola-Krankheitsfall, warnt aber vor Panik.  

Geld soll in die Impfstoffentwicklung fließen
Nach Worten von EU-Forschungskommissar Carlos Moedas soll das Geld in die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente fließen. Die Hälfte der Summe kommt aus einem EU-Programm, die andere Hälfte von der Industrie. Damit haben die EU und die EU-Staaten inzwischen mehr als eine Milliarde Euro im Kampf gegen Ebola bereit­gestellt. 

Auch US-Präsident Obama will mehr Geld für den Kampf gegen Ebola ausgeben. Er beantragte am Mittwoch beim Kongress in Washington zusätzliche 6,2 Milliarden Dollar (etwa 5 Mrd. Euro). Die Mittel sollten helfen, die Epidemie in Westafrika einzudämmen und die Vorbereitungen auf etwaige Fälle im eigenen Land zu verbessern, hieß es in einem Dringlichkeitsantrag. So will die Regierung mit den Geldern beispielsweise die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gegen Ebola beschleunigen.

Ausbruch einer Ebola-Epidemie in Deutschland so gut wie ausgeschlossen
In Deutschland geht die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium davon aus, dass es demnächst einen Ebola-Krankheitsfall geben wird. „Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie hier ist aber so gut wie ausgeschlossen“, sagte der Vorsitzende der Kommission, Horst Miska, am Donnerstag. Deutschland sei gut vorbereitet auf die Behandlung.

In Deutschland sind bisher nur drei Ebola-Patienten behandelt worden, die sich in Westafrika infiziert hatten. Sie waren mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen nach Deutschland gebracht worden. Einer der drei Patienten starb, ein zweiter ist auf dem Weg der Besserung, der dritte ist gesund entlassen. 

Schutzkommission: Deutschland gut vorbereitet
Die Kommissionsmitglieder stellten fest, Deutschland sei auf die Bewältigung von bis zu zehn Krankheitsfällen gleichzeitig gut vorbereitet. Sollten es mehr werden, seien allerdings regionale Engpässe zu erwarten. Und zwar nicht nur bei den für Ebola-Patienten notwendigen Spezial-Behandlungsbetten, von denen derzeit nur etwa zehn kurzfristig verfügbar seien, sondern auch bei Personal und Rettungswagen. Dieses Szenario sei jedoch nur dann wahrscheinlich, falls die Ebola-Epidemie in Westafrika ein noch deutlich größeres Ausmaß erreichen sollte als bisher.

Die Gesundheitsbehörden und die Landesregierungen sollten bei ihren Notfallplänen nach Ansicht der Schutzkommission auch Extremsituationen berücksichtigen wie etwa die Erkrankung eines Menschen, der in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt. Da Ebola bei vielen Menschen „irrationale Ängste“ hervorrufe, müsse auch darüber nachgedacht werden, wie und wo man Kontaktpersonen von Ebola-Infizierten eventuell gegen ihren Willen unter Quarantäne stellen könnte. Außerdem warnte die Kommission: „Das tatsächliche oder vermutete Auftreten von Ebola unter Asylbewerbern in Deutschland könnte soziale Spannungen hervorrufen.“

Die Mitglieder der Schutzkommission sind mehrheitlich Wissenschaftler. Sie beraten die Bundesregierung ehrenamtlich in Fragen des Zivil- und Katastrophenschutzes.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der erfassten Ebola-Fälle aktuell leicht nach unten korrigiert. Insgesamt gebe es 13.042 bestätigte oder mögliche Krankheitsfälle, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. 4.818 Menschen seien durch das Virus gestorben.

dpa

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung