Vermischtes

Evaluation bestätigt ökonomischen Nutzen von Adipositas-Schulung

  • Dienstag, 12. November 2013

Konstanz/Köln/Wuppertal – Adipositas-Schulungen können sich langfristig ökonomisch lohnen. Das berichten Wissenschaftler der Universität Konstanz nach einer Kosten-Nutzen-Analyse für das Schulungsprogramm „Mobilis“. Die Gesundheitsökonomen Friedrich Breyer und Jan Häußler vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik der Universität Konstanz errechneten, dass schon die Prävention beziehungsweise Verzögerung eines Diabetes mellitus Typ 2 und seiner Folgeerkrankungen Behandlungs­kosten senkt.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren sind sie pro Mobilis-Teilnehmer laut der Studie im Durchschnitt um mehr als 300 Euro niedriger als die Kosten des Programms selbst. „Wir wissen seit langem, dass dieses auf eine dauerhafte Lebensstiländerung abzielende Programm medizinisch erfolgreich ist. Nun haben wir auch den Beleg, dass es sich de facto ökonomisch rechnet“, sagte Rolf-Ulrich Schlenker, Vorstandsvize der Barmer GEK.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler 401 Teilnehmer, die das zwölfmonatige Schulungsprogramm zwischen 2005 und 2008 absolviert hatten, untersucht und zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt. Breyer und Häußler verglichen die neu erhobenen Daten mit denen früherer Untersuchungen und zusätzlich mit einer Kontrollgruppe, die bei gleichen Ausgangswerten für Körpergewicht und Alter nicht am Programm teilgenommen hatten.

Die Konstanzer Ökonomen simulierten schließlich, wie sich das Diabetesrisiko in beiden Gruppen über einen Zeitraum von 20 Jahren entwickeln wird. Dabei legten sie zusätzlich die Annahme zugrunde, dass nach zehn Jahren Folgeerkrankungen des Diabetes auftreten.

„Mit der Studie ist der Nachweis der ökonomischen Effizienz von Mobilis erbracht. Die Ergebnisse wären vermutlich noch höher, wenn weitere mit Adipositas assoziierte Krankheiten wie Herz-Kreislauf- und Muskel-Skelett-Erkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen eingeflossen wären“, so Breyer.

Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Barmer GEK gefördert. „Mobilis“ steht für Multizentrisch organisierte bewegungsorientierte Initiative zur Lebensstiländerung in Selbstverantwortung“. Die Abteilung Rehabilitative und Präventive Sportmedizin, Universitätsklinikum Freiburg, und das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Deutsche Sporthochschule Köln, haben es 2002 initiiert.

hil

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